Wirtschaft : Deka-Bank sieht sich nicht von der Krise betroffen

Ergebnis im 1. Halbjahr deutlich verbessert / Fondsabsatz steigt kräftig

Berlin – Die Fonds von Deutschlands zweitgrößtem Anbieter Deka-Bank sind nicht von der US-Hypothekenkrise betroffen. Die zum Sparkassen-Lager gehörende Gesellschaft habe in ihren Fonds keine Wertpapiere, die mit zweitklassigen („Subprime“) Hypothekenkrediten unterlegt seien, gab die Bank am Dienstag bekannt. Das Engagement bei verbrieften Forderungen (ABS) konzentrierte sich auf Papiere, die von Ratingagenturen mit den Bestnoten „AAA“ oder „AA“ bewertet seien. Der Schwerpunkt liege auf europäischen Schuldnern mit guter Kreditwürdigkeit.

In den USA häufen sich bei Darlehensnehmern mit schwacher Bonität Kreditausfälle. Anfang August musste wegen zunehmender Verunsicherung von Anlegern eine Reihe von Banken ihre ABS-Fonds einfrieren. Unter anderem traf es die West LB-Tochter Mellon, Frankfurt Trust und Union Investment.

Die Deka-Bank selbst ist nach eigener Auskunft über zwei Transaktionen mit weniger als zehn Millionen Euro in Papiere investiert, die einen Bezug zum US-Markt für Subprime-Kredite hätten. Schwerwiegende Folgen für den Finanzmarkt aus der US-Hypothekenkrise erwartet die Deka-Bank nicht. In Deutschland sind wegen der US-Hypothekenkrise die Mittelstandsbank IKB und die Sachsen LB in finanzielle Engpässe geraten. Die IKB musste von ihrem Hauptaktionär KfW gestützt werden, die Sachsen LB wurde am Wochenende an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft.

Im ersten Halbjahr konnte die Deka- Bank ihr Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Drittel auf 485 Millionen Euro steigern. Darin enthalten ist ein Sondererlös von 146 Millionen Euro aus dem Verkauf der Konzernzentrale in Frankfurt am Main. Ohne diesen außerordentlichen Ertrag lag das Ergebnis 16 Prozent über dem Wert vor Jahresfrist.

Grund für das Plus war vor allem ein deutlich gestiegener Absatz von Fonds: Das Nettomittelaufkommen stieg von Januar bis Juni um mehr als das Dreifache auf 8,6 Milliarden Euro. Insbesondere Geldmarktfonds seien stark nachgefragt worden, heißt es im Zwischenbericht. Dies führte zu einem um 13 Prozent höheren Provisionsergebnis von 505 Millionen Euro. Für die zweite Jahreshälfte rechnet die Bank mit einem weiteren Wachstum bei den Provisionen. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben