Wirtschaft : Dem Internet gehen die Adressen aus

Miami - Der verfügbare Pool an Internet-Adressen für Computer, Handys und andere Geräte mit Netzanschluss ist ausgeschöpft. Die internationale Adressverwaltungsorganisation ICANN gab am Donnerstag die letzten fünf großen Adressblöcke an regionale Organisationen aus, die nun die noch offenen IP-Adressen des bisherigen Standards vergeben. Diese sind nach Angaben des Hightech-Verbands Bitkom voraussichtlich Ende 2011 aufgebraucht. Sorgen vor einer Störung des Internets wies die ICANN jedoch zurück.

Die sogenannten IP-Adressen bestehen aus 32 binären Ziffern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie ".de" oder ".com". Aber auch jeder Computer und jedes Handy, dass sich mit dem Internet verbindet, bekommt eine solche Adressnummer zugewiesen. Der 1980 eingeführte Standard IPv4 ermöglichte 4,3 Milliarden Adressen.

Die Lösung ist die Umstellung auf den IPv6-Standard, bei dem die Adressen aus 128 binären Ziffern bestehen. Möglich sind dadurch 340 Sextillionen Adressen. Die Umstellung laufe aber zu langsam, warnte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer.

Der neue Standard ist nicht nur notwendig, um neue Domainnamen im Internet zu registrieren, sondern auch für vielfältige neuen Dienste. Sind künftig auch Kühlschränke, Autos oder Herzschrittmacher mit dem Internet verbunden, benötigen auch sie eine IP-Adresse. AFP

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