• Dem Neuling nicht nachlaufen - Analysten empfehlen die Aktie zu halten oder bei Kursschwäche nachzukaufen

Wirtschaft : Dem Neuling nicht nachlaufen - Analysten empfehlen die Aktie zu halten oder bei Kursschwäche nachzukaufen

rez/mm

Spätestens im September hält die Infineon-Aktie Einzug in den Deutschen Aktienindex. Viele Aktienexperten rechnen sogar damit, dass bereits auf der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse am 9. Mai über den neuen Star unter den deutschen Technologiewerten diskutiert wird. Weil das aus Veba und Viag neu entstehende Unternehmen bereits Ende Juni ins Handelsregister eingetragen werden könne, stehe die Viag-Nachfolge im Dax auf der Tagesordnung, sagen Analysten. Auch müsse die fusionierende Dresdner Bank ersetzt werden.

Die Chancen für Infineon, rasch in die Liga der 30 größten deutschen Aktien vorzustoßen, schätzt Franz Rothauge von Sal. Oppenheim, daher als gut ein. Infineon zähle bereits am ersten Börsentag zu den 25 schwersten deutschen Aktien mit seiner aktuellen Marktkapitalisierung von rund 45 Milliarden Euro und einem "gigantischen" Börsenumsatz, meint Rothauge. "Damit ist eine unmittelbare Aufnahme möglich." Auch bei der Deutschen Bank, neben Goldman Sachs Konsortialführer des Börsengangs, zählt der Titel als Dax-Kandidat.

Gegen eine kurzfristige Aufnahme spricht nach Ansicht von Michael Bahlmann von M.M. Warburg allenfalls, dass der Dax zu Siemens-lastig werde. Denn mit Infineon tauche neben Siemens und Epcos die dritte Siemens-Firma im Blue-Chip-Barometer auf. Andere sehen darin kein Problem: In den Dax gehörten die größten deutschen Aktien mit frei umlaufendem Aktienkapital von mindestens 25 Prozent. Infineon gehöre dazu. Im Übrigen halte Siemens nur noch zwölf Prozent an Epcos.

Die Dax-Fantasie ist nach Meinung von Analysten einer der Gründe für private Anleger, ihre Infineon-Titel vorerst zu halten. Denn institutionelle Investoren dürften in jedem Fall nachkaufen, spätestens bei einer Aufnahme in den Dax, meint Rothauge. Für Kursfantasie dürften auch die Gewinnzahlen für das erste Quartal sorgen, die im Mai veröffentlicht werden. Sie sollten positiver ausfallen, als Schätzungen erwarten ließen. Auf Sicht von drei bis sechs Monaten sollten Anleger den Wert halten, meint Rothauge. Eine "Kostolany-Aktie" sei der volatile Halbleiter-Wert jedoch nicht. Auch wenn in dem Sektor die "Ampeln seit einigen Jahren auf grün stehen", passe der Börsenneuling nicht zum Risikoprofil vieler Privater, sagt Stefan Otto von der Hamburgischen Landesbank.

Wer bei der Zeichnung leer ausgegangen ist, sollte dem Kurs nicht hinterherlaufen, meint Bahlmann. Die Aktie sei - auch im internationalen Vergleich - teuer. Day Trader könnten zwar auf weiter steigende Kurse pokern, meinen andere. Private sollten jedoch auf eine Kursdelle warten, die bei einer Technologie-Firma immer mal drin sei.

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