Wirtschaft : Demonstranten fürchten Jobverluste durch Welthandel

Vor Beginn der Welthandelskonferenz in Seattle formiert sich am Tagungsort der Widerstand von Gewerkschaften, Menschenrechtlern und Umweltschützern. Schon am Sonntag zogen etwa 500 Demonstranten durch die Innenstadt von Seattle und blockierten vorübergehend den Straßenverkehr. Die Organisatoren kündigten an, die Demonstranten würden sich zum Tagungsbeginn am Dienstag auf Straßen legen und sich aneinander oder an Zäune ketten, um die Teilnehmer am Betreten des Konferenzzentrums zu hindern.

Der Generalsekretär des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (ICFTU), Bill Jordan, sagte bei einer Konferenz in Seattle, die Welthandelsorganisation (WTO) müsse die Interessen der Arbeiter respektieren. "Wenn die Wirtschaftsminister nicht handeln, könnten sie den Anfang vom Ende der WTO in Gang setzen", sagte Jordan unter dem Beifall der 300 Delegierten aus mehr als 100 Ländern. Wenn die WTO auf ihrer Konferenz die Notwendigkeit anerkenne, für globale Rechte einzutreten, bedeute dies einen Sieg, erklärte Jordan weiter.

WTO-Generaldirektor Mike Moore verteidigte auf der Konferenz die Liberalisierung des Welthandels. Der Handel sei der Verbündete der Arbeiter, nicht ihr Feind, sagte der frühere neuseeländische Ministerpräsident. Den WTO-Gegnern warf er vor, gegen Ausländer, Immigration und eine pluralistischere Welt eingestellt zu sein. Der Vorsitzende der Fernfahrer-Gewerkschaft, James P. Hoffa, kritisierte im US-Fernsehen, die WTO stelle die Profitsucht von Unternehmen über Menschenrechte. Hoffa forderte, die Demonstranten sollten an den Verhandlungen teilnehmen dürfen. Ein Flugzeug mit dem Banner "Menschen vor Profite: Stoppt die WTO" flog über Seattle.

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