DEN ALLTAG STRUKTURIEREN : DEN ALLTAG STRUKTURIEREN

Was es bedeuten kann, den Job zu verlieren – und was hilft, sich auf die neue Lage einzustellen, erklärt die Psychologin und Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München.

Was fühlt ein Mitarbeiter, dem gekündigt wurde?

In der Regel zunächst einen Schock. Danach folgt eine Phase des Aktionismus. Und dann fällt er irgendwann doch in ein tiefes Loch. Es kommt – ob berechtigt oder nicht – zu einem „Ablehnungstrauma“, zu diffusen oder konkreten Ängsten mit „Katastrophen im Kopf“.

Was kann man tun?

Ich rate zur Versachlichung, zum Beispiel mit Hilfe von Statistiken. Im Schnitt ist die Dauer von Arbeitslosigkeit zwar über die Jahre hinweg gestiegen, aber sie ist auch endlich. Die meisten Menschen finden wieder eine neue Beschäftigung.

Wie vermeidet man,

depressiv zu werden?

Es ist wichtig, den Alltag zu strukturieren, also zu einer bestimmten Zeit aufzustehen, sich anzuziehen, zu essen, Zeiten mit klarem Ende für die Jobsuche zu verwenden, zu einer bestimmten Zeit ins Bett zu gehen. Zudem sollte man möglichst aktiv sein. Es kann helfen, sich mit anderen zusammenzutun, die auch auf Jobsuche sind.

Wie motiviert man sich zur Jobsuche?

In dem man einen Zeitplan mit Zielen und „Not-Zielen“ entwickelt und darin feste Zeiträume für bestimmte Aktivitäten wie Stellenbörsen recherchieren oder Bewerbungen schreiben einplant. Vor allem sollte man Absagen nicht persönlich nehmen. Sie sind eher die Regel als die Ausnahme. Ganz wichtig ist es, sich vorher klarzumachen, dass die meisten Jobs gar nicht über klassische Bewerbungen vergeben werden, sondern auf dem verdeckten Stellenmarkt. Und hier hat man ganz andere Möglichkeiten zu Handeln als rein re-aktiv zu sein, wie bei Bewerbungen. Man kann etwa Freunde, Bekannte, Verwandte informieren, an einschlägigen Branchen-Veranstaltungen teilnehmen und so an seiner Sichtbarkeit arbeiten. juj

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