Wirtschaft : Den Job kann die Uno nicht

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Beim angloamerikanischen Gipfel in Belfast ging es um „transatlantische Differenzen zur Rolle der Uno im Nachkriegsirak“. Wie gern wären Frankreich, Deutschland und Russland da dabei gewesen. Aber die Briten und Amerikaner waren im Irak, die anderen nicht. Nachdem sich die USA vom Sicherheitsrat abgewandt haben, werden sie Jaques Chirac nicht Weltmacht spielen lassen. Eine Uno-Regierung wie im Kosovo „entspricht nicht unserem Modell“, sagt Paul Wolfowitz. Ein Sprecher Tony Blairs meinte, dass sich die Uno nicht in der Lage sähe, den Irak zu regieren, aber Einfluss haben würde.

Klar ist: Die Debatte ist unnötig, denn die Uno kann den Job nicht machen. Das ist auch den erfahrenen Uno-Offiziellen klar. Die Uno arbeitet teilweise gut. Aber ihre begrenzten Ressourcen, ihre aufgeblasene Bürokratie und ihre komplizierte Politik behindern sie, ein Land nach einem Konflikt sinnvoll zu verwalten. In den 90er Jahren, als friedenserhaltende Maßnahmen in Ruanda und Sierra Leone fehlschlugen, wurden die „Blauhelme“ Geschichte. Bei den nächsten Friedensmissionen war es die Nato, die auf den Balkan gerufen wurde.

Trotz allen Reformgeredes hat sich die Uno nur begrenzt verändert. Ein Netz von Ingenieuren, Polizisten und Administratoren wurde für schnelle Einsätze eingerichtet. Das ist aber immer noch nicht die „schnelle Reaktion“, die nach dem Kosovo-Einsatz gefordert wurde. In Afghanistan wurde die Rolle der Uno reduziert und einzelne Regierungen übernahmen Verantwortung. Die Deutschen bauen dort eine Polizei auf, die Amerikaner eine Armee.

Der Wiederaufbau im Irak wird Kapazitäten brauchen, die die Uno nicht hat, aber die USA und ihre Alliierten. Was immer sie tun werden, die USA werden als Imperialisten beschimpft werden. Es ist besser, ein guter Imperialist zu sein und sich so schnell wie möglich zurückzuziehen, sobald eine neue irakische Regierung eingesetzt ist. Der Uno angemessen wären hier spezielle Einsätze wie das Welternährungsprogramm oder die Abhilfe der humanitären Krise. Die Uno sollte solche Nischenprogramme mit klaren Zielen ausbauen und den „Staatenaufbau“ anderen überlassen. Als Weltregierung ist die Uno eine Farce. Etwas anderes zu behaupten, ist Geld- und Zeitverschwendung.

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