Wirtschaft : Den Spaß am Handy wieder entdecken

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Von Corinna Visser

Die Hersteller von Mobiltelefonen haben es schwer – vor allem in Europa. Wer hier jetzt noch immer kein Handy hat, wird sich vermutlich auch keines mehr kaufen wollen. Statt auf Wachstum müssen sich die Produzenten auf Verdrängung einstellen – und auf aggressive Konkurrenz aus Asien. Der koreanische Hersteller Samsung hat es schon unter die fünf Großen des Marktes geschafft. Und weitere Kandidaten aus Asien sind auf dem Sprung. Noch beherrschen zwar die Großen – Nokia, Motorola, Samsung, Siemens und SonyEricsson – den Markt. Doch asiatische Hersteller wie LG Electronics, Sharp und Panasonic fangen an, eine Bedrohung zu werden.

Die Hersteller müssen die Menschen überzeugen, ihr altes durch ein neues Handy zu ersetzen. Ihre Argumente sind: Ein farbiger Bildschirm, bessere Klangqualität, eine eingebaute Kamera und spannende Spiele. Die gute Nachricht ist: Die Kunden finden das tatsächlich interessant. Seit die neuen Telefone mit den vielen neuen Funktionen auf dem Markt sind, greifen sie wieder zu. Das zeigen die guten Verkäufe im vierten Quartal. Die schlechte Nachricht aber ist: Handys, die bunt sind und Spaß machen, das ist genau das, was die asiatischen Hersteller besonders gut können. Sie haben es auf ihren Heimatmärkten gelernt. Handys sind dort nicht mobile Telefone, sondern Spielzeuge oder mobile Unterhaltungsgeräte.

Das interessiert in Europa vor allem die Mobilfunkbetreiber, deren Geschäfte besser werden, wenn die Handy-Besitzer ihre Telefone möglichst viel und möglichst lange benutzen – egal wozu. Unternehmen wie Vodafone oder T-Mobile sind es auch, die den asiatischen Newcomern jetzt den Einstieg in Europa ermöglichen. Sie verkaufen die namenlosen Geräte einfach unter ihrer eigenen Marke – und lösen sich damit aus der Abhängigkeit der europäischen Hersteller wie Nokia oder Siemens. Die werden in Zukunft wachsende Probleme bekommen, ihren Marktanteil in Europa zu verteidigen. Auch wenn die Leute jetzt wieder Handys kaufen.

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