Wirtschaft : „Der Abschluss wird weitere Arbeitsplätze kosten“

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Herr Börner, was halten die deutschen Exporteure von dem Tarifabschluss in der Metallbranche?

Durchwachsen. Das wird für den Standort sehr, sehr schwierig. Drei Prozent sind einfach zu viel. Viele Unternehmen, vor allem mittelständische, werden das nicht bezahlen können. Der globale Wettbewerb ist knallhart, da wird um jeden Euro gekämpft. Weil der Export unsere Wirtschaft trägt, kann das am Ende ein paar Zehntelpunkte Wachstum kosten.

Mit mehr Lohn können die Metallarbeiter die Binnennachfrage beleben.

Das ist zu kurz gesprungen. Dafür sind wirtschaftspolitische Reformen nötig. Und vor allem dreht sich jetzt natürlich wieder die Produktivitätsspirale, also die gleichen Produkte werden mit weniger Mitarbeitern hergestellt. Der Abschluss der Metall- und Elektrobranche wird weitere Arbeitsplätze kosten. Der einzige positive Ansatz ist, dass die Einmalzahlung nicht von allen Firmen geleistet werden muss.

Welches Volumen wäre denn aus Ihrer Sicht vertretbar gewesen?

Insgesamt höchstens zwei Prozent.

Das Gespräch führte M. Döbler

Anton Börner ist Präsident des Bundesverbands des Groß- und Außenhandels sowie Inhaber eines Sanitärgroßhandels in

Ingolstadt.

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