Wirtschaft : Der Aktien-Tipp: Daimler-Chrysler schlägt die Stunde

Mercedes-Benz ist die wertvollste Automarke der Welt - und der gesunde Kern eines Weltkonzerns in der Krise. Ein Kern, der 2000 nur etwa ein Viertel des Umsatzes, aber mit über sieben Prozent Rendite rund ein Drittel des operativen Ergebnisses beisteuern wird. Mercedes geht es gut: Die Modellpolitik trifft den Geschmack der zahlungskräftigen Zielgruppe. 1999 wurden erstmals mehr als eine Million Autos (inklusive Smart) abgesetzt - mehr als jede andere Premiummarke der Welt; in den ersten elf Monaten 2000 lagen die Verkäufe noch einmal sieben Prozent darüber. In den USA verzeichnet die Marke mit dem Stern weiter große Erfolge. Und sogar im eingebrochenen deutschen Markt hält sich Mercedes auf Vorjahresniveau und hat mit rund zwölf Prozent Anteil die Massenmarke Opel eingeholt. Der Konzern mag zwar noch keine Prognose zum Chrysler-Verlust im vierten Quartal abgeben. Analysten erwarten jedoch ein Minus von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Für 2001 wagen sie noch keinen Tipp. Zwar hat der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche bereits den ersten, ehrgeizigen Schritt seines Sanierungsplans angekündigt: Bis 2002 will er die Materialkosten um 15 Prozent senken. Fraglich ist nur, ob gute Zusammenarbeit mit Zulieferern allein reichen wird, Einsparungen von 6,8 Milliarden Euro ohne Qualitätsverlust zu realisieren. Ein wesentlicher Faktor, der gegen Zetsche arbeitet, ist der amerikanische Markt. Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Gelsenkirchen erwartet für 2001 einen Mengeneinbruch des US-Marktes um eine Million auf 16,5 Millionen Pkws. Eine Erholung könnte Jahre brauchen, vor allem bei schwacher, allgemeiner Konjunktur.

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