Wirtschaft : Der Aktientipp: Duftmarken für das Depot

Der Wecker klingelt. Raus aus den Federn, rein ins Bad - und für den Rest des Tages umweht uns, was ein unscheinbarer Industriezweig produziert. Erst schmeckt die Zahnpasta - vermeintlich natürlich - nach Minze, dann umhüllt der erfrischende Duft von Aftershave oder Eau de Toilette die Haut; währenddessen duftet es schon überall nach knusprigen Brötchen; am Frühstückstisch stehen geschmacksverstärkter Joghurt und vitaminreicher Orangensaft bereit - nichts kommt heute ohne die unauffälligen Aromen und Riechstoffe aus. Deren Hersteller setzen mit den chemischen Zusätzen jährlich rund neun Milliarden Euro um - Tendenz steigend. Besonders das Geschäft mit Stoffen für Milchprodukte wie Joghurt blüht. Die genaue Mixtur der Zusätze bleibt natürlich geheim.

Ohnehin pflegt die Branche gerne ihre Aura des Mystischen. So produzierte die Nummer eins der Aromen- und Duftstoff-Firmen, die amerikanische International Flavors & Fragrances (IFF), einen Duft für den Kosmetikkonzern Shiseido in der Schwerelosigkeit - während eines Space-Shuttle-Flugs im Weltall. Zu den IFF-Kunden gehören neben Shiseido auch andere Parfümmarken wie Jil Sander, Hugo Boss, Armani und DKNY. Die Nummer zwei der Branche, die Schweizer Givaudan, erzielt je die Hälfte ihres für dieses Jahr geschätzten Umsatzes von 1,63 Milliarden Euro mit Aromen beziehungsweise Duftstoffen, mit denen sie zum Beispiel Procter & Gamble und Colgate beliefern. Givaudan, erst im Juni 2000 von Hoffman La Roche ausgegliedert und an die Börse gebracht, gilt als das Unternehmen, das am besten in den Wachstumsmärkten Lateinamerika und Asien aufgestellt ist.

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