Wirtschaft : Der Aktientipp: Heidelberger Druck auf neuen Märkten

Herbert Meyer ist ein nüchterner Rechner, doch auch er kann schwärmen: "Wir haben Power!" Der Finanzchef von Heidelberger Druckmaschinen freut sich über den geglückten Einstieg des Traditionsbetriebs in neue Märkte: Seit Beginn des Geschäftsjahres produziert Heidelberger Druck auch Scanner, Großkopierer und Zeitungsrotationen. Mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro (1999/2000) ist die Gesellschaft im M-Dax Weltmarktführer. Der Umsatz der Heidelberger kletterte von April bis Dezember 2000 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 3,5 Milliarden, der Gewinn um vier Prozent auf 166 Millionen Euro. Alle Sparten verzeichneten hohe Auftragseingänge: Großkopierer, Buchdruckmaschinen, Zeitungsrotationen und Weiterverarbeitung. Gut entwickelte sich das US-Geschäft, dort setzen die Deutschen fast so viel um wie in Europa. Doch die Investitionen, die Meyer verbucht hat, waren hoch. Als Folge legte das Ergebnis nur zu, weil die Finanzbeteiligungen mehr abwarfen, nicht weil Heidelberger mehr Maschinen verkaufte. Konkurrenten wie König & Bauer und MAN Roland steckten ihre Kosten besser weg. Katerstimmung kommt bei Meyer aber nicht auf: Umsatz und Gewinn werden bis zu zwölf Prozent wachsen, auf 5,3 Milliarden und 280 Millionen Euro. Kopfzerbrechen bereitet ihm, dass nur 16 Prozent der Aktien handelbar sind - ein Problem, wenn von 2002 an die Mitgliedschaft im M-Dax von der Zahl der freien Aktien abhängt. Die Großaktionäre RWE und Almüco haben es nicht eilig, Anteile abzugeben. Meyer muss jetzt zeigen, dass Heidelberger Druck nicht nur im Buchdruck gute Ideen hat, sondern auch am Aktienmarkt.

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