Wirtschaft : Der Aktientipp: Reise nach Jerusalem

Die Biotechnologie steht wieder im Rampenlicht. Die BSE-Krise, die nun auch Deutschland erfasste, hat den Investorenblick auf Unternehmen wie Eurofins Scientific, Bio Rad Laboratories, Protherics und November gelenkt. Die Kurse dieser Anbieter von BSE-Tests glänzten durch kräftige Steigerungen. Während die Börsen-Barometer Nasdaq und Neuer Markt - hier sind die meisten Biotech-Unternehmen notiert - nur die Richtung nach unten kannten, hielten sich die Biotech-Aktien hervorragend. Auf Sicht von zwölf Monaten verlor der Nemax-50-Index über 30 Prozent, der Nemax-Biotech-Index liegt aber um über 90 Prozent über dem Vorjahr. Investoren sollten jetzt genauer hinschauen. In den USA sind von etwa 1300 Biotech-Firmen erst 400 börsennotiert, Tendenz steigend. Kaum zu glauben, dass im schwierigen dritten Quartal mehr als dreimal so viele Biotech-Unternehmen in den USA an die Börse gingen als im ersten Quartal. "Der Appetit auf Biotech-Unternehmen ist nach wie vor groß", so Steve Burrill, Chef der Biotech-Investmentbank Burrill & Co. "So lange die Kurse in den ersten Börsentagen nach wie vor um 50 bis 100 Prozent steigen, werden wir weitere Biotech-Börsengänge erleben." Daneben erlebt die Branche eine beginnende Konsolidierung. Unter Beteiligung europäischer Biotech-Unternehmen gab es 1999 laut Burrill & Co. 20 Übernahmen, in diesem Jahr sind es bis dato schon 23. Aus deutscher Sicht am spektakulärsten waren die Übernahmen von Oxford Asymetry International durch Evotec, der Erwerb von Mitotox durch GPC Biotech oder Medigenes Einverleiben von Neurovir. Dieser Trend wird sich auch 2001 fortsetzen, denn immer mehr Biotech-Unternehmen werden gegründet, aber alleine überleben werden sie sicher nicht alle.

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