Wirtschaft : Der Aktientipp: Stahlproduzent in gesunder Verfassung

Die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, Schutzzölle auf Stahleinfuhren zu erheben, sorgte bei Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller, der Salzgitter AG, für Wirbel. "Nachteilig ist, dass die Handelsbarriere der USA das Angebot in Europa steigern wird", sagt Jens Ehrhardt von der gleichnamigen Münchener Vermögensverwaltung. Angesichts der ohnehin schwierigen Zeiten im Stahlgeschäft, gewinnt bei Salzgitter das Röhrengeschäft an Bedeutung. Vom Vor-Steuer-Gewinn in Höhe von 160,3 Millionen Euro, der im Geschäftsjahr 2001 erzielt wurde, entfallen allein 102 Millionen Euro auf die Röhrensparte. Zumindest für das erste Halbjahr 2002 sind die Vorzeichen hier weiter günstig. Mittelfristig werden die Wachstumsraten des Röhrengeschäfts wohl nicht zu halten sein. Für Salzgitter ist dies aber nicht tragisch, denn der Stahlbereich wird wieder in Schwung kommen, wenn die Konjunktur anspringt. "In der Branche haben zahlreiche Pleiten und Übernahmen die Preissituation für Anbieter entlastet - erste Unternehmen haben bereits Preiserhöhungen angekündigt", so Ehrhardt. Zudem will Salzgitter im dritten Geschäftsbereich, der Stahlverarbeitung, expandieren. Angesichts der insgesamt gesunden Verfassung des Unternehmens erscheine die Bewertung mit einem für 2002 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von acht sehr attraktiv, sagt Ehrhardt. Zum Vergleich: Das erwartete KGV von Dax-Mitglied Thyssen Krupp für das Jahr 2002 beträgt etwa 40. "Ein Investment in Salzgitter lohnt sich - nicht zuletzt wegen der erwarteten Dividendenrendite von 5,8 Prozent", folgert Ehrhardt.

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