Wirtschaft : Der Aktientipp: Vodafone bleibt in Europa die beste Telekom-Aktie

Das Maß aller Dinge in der Telekommunikation bleibt Vodafone. Mit mehr als 82 Millionen Kunden hat sich das Unternehmen unter Führung von Chris Gent ein eigenes "Empire" aufgebaut. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen für das Ende März zu Ende gegangene Geschäftsjahr lagen am oberen Rand der Erwartungen: Umsatz plus 29 Prozent auf 35,4 Milliarden Euro; Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen plus 28 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Wegen der zahlreichen Übernahmen und UMTS-Lizenzen ist der Vorsteuerverlust aber auf 13,4 Milliarden Euro gestiegen. Nachdem Vodafone vor wenigen Wochen in einer Blitzaktion Aktien im Wert von rund sechs Milliarden Euro bei mehreren Großbanken privat platziert hatte, sorgten sich viele Privatanleger um den Kurs. Da Vodafone mit dem frischen Geld aber Minderheitsbeteiligungen in Japan und Spanien aufstockte, ist die Gefahr eines Aktienüberangebotes wie bei der Deutschen Telekom übertrieben. Im Gegenteil: Kein TelekomFonds kann auf den Branchenprimus verzichten. Die Kreditwürdigkeit ist im Gegensatz zu den europäischen Ex-Monopolisten hoch. Als einziger Vertreter aus der alten Welt spielt Vodafone auch auf dem asiatischen Markt eine wichtige Rolle. Mit dem Kauf des Japan-Telecom-Pakets vom angeschlagenen Ex-Monopolisten British Telecom greift Vodafone den japanischen Mobilfunkriesen NTT Docomo auf dessen Heimatmarkt an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Gent den 45-Prozent-Anteil an Japan Telecom zu einer Mehrheit ausbaut und die Mobilfunksparte J-Phone an die Börse bringt. Mit diesem Schachzug sicherte sich Vodafone gleichzeitig finanziellen Spielraum für die vollständige Übernahme des US-Marktführers Verizon. Seit Monaten streiten sich die Briten mit den US-Partnern über den technischen Standard. Eine Übernahme würde den Weg freimachen, UMTS-Dienste auf Basis des in Europa vorherrschenden W-CDMA-Standards anzubieten.

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