Wirtschaft : Der Aktienvermittler versteht sich als Internet-Plattform für Banken und Investoren

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Die wachsende Zahl von Aktien-Neuemissionen und die "Gier" der Anleger nach diesen Papieren ruft zunehmend Dienstleister und Vermittler auf den Plan, die auch die Möglichkeiten des Internets einbringen. Die Publity AG, die frühere Akon AG, versteht sich nicht als Emissionshaus oder Bank, sondern als ein Marktplatz auf dem verschiedene Banken eine Präsenz haben, um den Kunden ihre Neuemissionen anzubieten, erläuterte Vorstandssprecher Jens Oenicke am Dienstag vor der Presse in Berlin. Publity sei weltweit einzigartig und beweise, dass Innovationen im Internet nicht nur aus den USA kommen müssten. Idee sei es von Anfang an gewesen, Kunden über eine einzige bequeme Verbindung eine Vielzahl von Aktien-Neuemissionen zugänglich zu machen. Die Neuemissionen wären sonst nur bei verschiedenen Bankhäusern erhältlich gewesen, so Oenicke weiter. Der Kunde müsste dann bei den verschiedenen Banken jeweils ein Depot einrichten, sein Geld hin und her schieben.

Um über Publity Neuemissionen zeichnen zu können, muss man Mitglied oder User werden, was einen jährlichen Beitrag von 30 Euro erfordert. So soll auch sichergestellt werden, dass nur ernsthafte Interessenten auf den Web-Seiten ordern. Bis zum Jahresende 1999 hatte insgesamt 17 000 Mitglieder den Jahresbeitrag bezahlt. Bis zum Jahresende 2000 werde man rund 100 000 User zählen, ist Oenicke zuversichtlich.

Im April 1999 konnte die erste Emission im Internet gezeichnet werden: Die Aktien der Telegate AG. Bisher hat Akon/Publity, an der die SachsenLB 65 Prozent der Anteile hält, 22 Neuemissionen an den Markt gebracht. Für dieses Jahr sind bereits zwei weitere fest geplant, insgesamt sollen es 40 bis 60 werden. Zur Zeit hat Publity die SachsenLB und die Landesbank Baden-Württemberg als Partnerbanken gewinnen können. Zudem kooperiert man mit fünf weiteren Instituten, die Zahl soll ausgebaut werden.

Für die Banken habe der Vertrieb über Publity ebenfalls eine Menge Vorteile, ist sich Oenicke sicher. Zunehmend sei Smart Capital gefragt. Die Zuteilung werden künftig nicht mehr nur nach Quoten, sondern immer öfter auch nach qualitativen Gesichtspunkten erfolgen. Beispielsweise könnten der Wohnsitz, das Alter, der Beruf oder die Ausbildung des Zeichners eine entscheidende Rolle spielen. Hier könne das Unternehmen dann die Daten liefern und die Verteilung nach Wunsch des Unternehmes vornehmen, so Oenicke, der gleichzeitig die Einhaltung des Datenschutzes zusichert. Es würden keine Profile der Kunden erstellt, Daten nicht an Dritte weitergegeben.

In der vergangenen Woche ist Publity nach Großbritannien expandiert, der Auftakt zu einer europaweiten Expansion.Im Internet ist das Unternehmen unter www.publity.de beziehungswiese www.publity.co.uk zu erreichen.

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