Wirtschaft : Der Aufschwung gewinnt an Kraft

DÜSSELDORF (ari/Tsp/HB).Der Aufschwung in Deutschland hat auch von Juli bis September angehalten.Die Konjunktur präsentierte sich im dritten Quartal dieses Jahres so stabil wie in den ersten beiden Quartalen.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich in den drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent.Im ersten Halbjahr hatte es gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent zugelegt.Das ergibt sich aus den neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, die die Behörde am Donnerstag veröffentlichte.In den alten Bundesländern erhöhten sich die Wirtschaftsleistungen um 2,9 Prozent, in den neuen Bundesländern einschließlich Ost-Berlin legten sie um 1,7 Prozent zu.Geprägt war das dritte Quartal von einem Erstarken der inländischen Auftriebkräfte, die die schwindende Dominanz des Außenhandels ausgleichen konnten.Positiv wirkte sich auch eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt aus.Zum ersten Mal seit der deutschen Einheit war die Zahl der Erwerbstätigen bundesweit wieder höher als in der entsprechenden Vorjahreszeit.

Die Wachstumsraten im Außenhandel haben sich deutlich abgeflacht.Die durch Krisenherde ausgelösten Erschwernisse für die deutschen Exporteure haben sich damit bereits im dritten Quartal gesamtwirtschaftlich niedergeschlagen.Der Export wuchs mit 3,1 Prozent nicht einmal halb so stark wie im zweiten Quartal.Gleichzeitig schwächte sich auch die Zunahme der Importe ab - auf 3,5 Prozent.Sie legte indes - im Gegensatz zur Entwicklung in den vergangenen drei Jahren - mehr zu als die Ausfuhren.Der Außenhandel hat somit im dritten Quartal keinen Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Quartalen spielten Sondereinflüsse im Berichtsvierteljahr keine Rolle.Das milde Winterwetter, die Mehrwertsteuererhöhung und eine unterschiedliche Zahl der Arbeitstage hatte das Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten überzeichnet und im folgenden zweiten Quartal unterzeichnet.Deshalb bewerten Experten das Halbjahresergebnis als aussagefähiger für Vergleichszwecke.

Neue Dynamik entwickelte der Verbrauch der privaten Haushalte: Er stieg um 2,2 Prozent gegenüber 1,2 Prozent im ersten Halbjahr.Dies lag auch an der höheren Zahl der Erwerbstätigen, die um 116 000 Personen zunahm, um 0,3 Prozent.Zugleich verminderte sich die Arbeitslosenzahl im Quartalsdurchschnitt um 248 000 Personen.Die Arbeitslosenquote sank dadurch zum Vorquartal von 11,3 auf 10,7 Prozent.Die leicht höhere Beschäftigung drückte die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, die als reales BIP je Erwerbstätigen berechnet wird.Sie drückt aus, welchen Beitrag der einzelne Arbeitnehmer im Durchschnitt an der Wirtschaftskraft leistet.Die Arbeitsproduktivität stieg um 2,4 Prozent auf einen Wert unter der BIP-Zunahme von bundesweit 2,8 Prozent.Nach Angaben der Statistiker wuchs die Produktivität in Westdeutschland um 2,5 Prozent, im Osten um 1,3 Prozent.Die Lohnstückkosten (Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit je Arbeitnehmer zur Arbeitsproduktivität) seien im dritten Quartal in ganz Deutschland um 0,5 Prozent zurückgegangen, teilten die Statistiker mit.

Der geringere Aufschwung im Osten im Vergleich zum Westen beruht auf einem Basiseffekt durch das Vorjahresniveau.Sie verschleiert die tatsächliche Dynamik.Saisonbereinigt zeigen beispielsweise die Bundesbankzahlen zum Vorquartal ein anderes Bild: Danach ist das BIP nach bundesweiter Stagnation im zweiten Quartal im dritten Vierteljahr im Westen um 0,8 Prozent, im Osten aber um 1,4 Prozent gestiegen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben