Wirtschaft : Der Aufschwung hat sich zur Überraschung der meisten Experten stabilisiert

Wie die Regierung am Donnerstag bekannt gab, wuchs die Wirtschaft leicht um 0,2 Prozent. Für das Vorquartal war bereits ein Wachstum von zwei Prozent errechnet worden. Der US-Dollar fiel daraufhin um mehr als zwei Yen unter die Marke von 109 Yen. Auch die Aktienbörse in Tokio wurde durch die allgemein nicht erwarteten Wachstumzahlen beflügelt.

Es sei nun "sicher", dass die Regierung ihr Ziel von 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum für das noch bis Ende März laufende Fiskaljahr erreichen werde, sagte der Chef des Wirtschaftsplanungsamts, Taichi Sakaiya, nach Bekanntgabe der Quartalsdaten. Die Regierung räumte jedoch die Notwendigkeit eines zweiten Nachtragshaushalts ein, damit der Konjunkturaufschwung nicht wieder zum Erliegen kommt. Sakaiya nannte einen Etatbedarf von vier bis fünf Billionen Yen (67 bis 84 Mrd. DM).

Zum Wachstum im zweiten Quartal trug zum großen Teil die lange äußerst schwache private Nachfrage bei. So verzeichneten vor allem die Verkäufe privater Liegenschaften dank staatlicher Finanzierungshilfen einen Rekordanstieg um 16,1 Prozent. Der bisherige Rekord von 15,6 Prozent liegt 40 Jahre zurück. Die Verbraucherausgaben, die in Japan zu 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung beitragen, stiegen um 0,8 Prozent und trugen damit zu 0,5 Prozentpunkten zum Wirtschaftswachstum bei. Vor allem bei langlebigen Gütern wie PCs sei die Nachfrage stark gewesen, hieß es. Andererseits reduzierten die Unternehmen ihre Kapitalaufwendungen um vier Prozent, was Experten als Ausdruck verschärfter Bemühungen zur Umstrukturierung werteten. Der Nikkei konnte seit Jahresbeginn rund 30 Prozent zulegen, während der Yen zu einem Höhenflug ansetzte. Mit der Entwicklung im zweiten Quartal ist es das erste Mal seit etwas über zwei Jahren Rezession, dass Japans Wirtschaft in zwei Quartalen in Folge wuchs.

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