Wirtschaft : Der Aufschwung kommt näher

Vermutlich Wachstum im ersten Quartal.

Berlin - Besser als erwartet ist die deutsche Wirtschaft ins Jahr gekommen. „Die Stimmungswende ist geschafft, Deutschland nimmt Anlauf zum Aufschwung“, freute sich Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der bundeseigenen KfW, über das aktuelle Mittelstandsbarometer, das den dritten Monat in Folge nach oben ging. Die bessere Lagebeurteilung der Großindustrie deute auf eine Belebung der Weltwirtschaft hin; die „dynamischere Exportentwicklung“ werde neben dem Konsum „im weiteren Jahresverlauf die Investitionen stimulieren“. Und nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 0,5 Prozent gesunken war, geht es nun wieder aufwärts.

Das bestätigen auch neue Daten aus dem Maschinenbau, mit knapp einer Million Beschäftigten der größte Industriebereich hierzulande. Im Dezember lag der Auftragseingang um vier Prozent über dem Vorjahresniveau, was vor allem am Ausland lag (plus fünf Prozent). „Der Schwung der Auslandsbestellungen kam diesmal hauptsächlich aus den Euro-Partnerländern“, erklärte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Maschinenbauverbandes VDMA. Die Beruhigung der Krise im Euro-Raum zeigt Wirkung. Und dennoch ist Wiechers vorsichtig: „Wir bekommen ein Auf ohne Schwung.“ Tatsächlich liegen die meisten Wachstumsprognosen für dieses Jahr nur zwischen 0,4 und 0,8 Prozent.

Nach einem guten ersten Quartal 2012 war es mit der deutschen Konjunktur parallel zur sich zuspitzenden Finanzkrise bergab gegangen. „Bis zum „versöhnlichen Jahresabschluss“, wie es nun beim VDMA heißt. Zwar seien die Auftragseingänge aus dem Inland wegen der Investitionszurückhaltung im Jahresvergleich schwach gewesen – es gab 2012 gegenüber 2011 einen Einbruch um acht Prozent. „Aber der Blick auf die Order- Kurve zeigt den Elan, mit dem die Inlandsaufträge die Einbußen des Sommers wieder aufholen“, meinte Wiechers und sprach alles in allem von einem „respektablen Ergebnis“ für die Maschinenbauer in 2012.

Für die Immobilienwirtschaft gilt das sowieso. Und für das laufende Jahr rechnet die Branche mit weiter steigenden Kauf- und Mietpreisen. Der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) erwartet bei den Mieten im Durchschnitt ein Plus von drei Prozent und bei den Kaufpreisen für Wohnimmobilien von fünf Prozent. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten des ZIA hervor, das am Dienstag vorgestellt wurde. In München, Hamburg und Berlin dürften die Immobilienpreise laut Prognose um sechs bis zehn Prozent steigen. Dies sei durch Marktdaten gedeckt und noch keine Preisblase, meinte der Gutachter Harald Simons. In diesen Großstädten sei das Angebot für die steigende Nachfrage zu schwach. alf/dpa

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