Wirtschaft : Der Aufschwung kommt später – vielleicht

Wirtschaftsforscher rechnen erst 2004 mit einer deutlichen Erholung der Konjunktur. Und die OECD senkt ihre Prognose für 2003

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Berlin (Tsp). Die Aussichten für einen baldigen Aufschwung in Europa und in der deutschen Wirtschaft bleiben vage. Während die OECD am Donnerstag ankündigte, sie werde ihre Wachstumsprognose für die EuroLänder und Deutschland deutlich senken, gaben sich deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute optimistischer. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres trat die europäische Wirtschaft nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent auf der Stelle.

Trotz der politischen Unsicherheiten erwarteten die Experten im laufenden Jahr eine leichte Erholung der Weltwirtschaft, sagte Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts in München. Der Weltwirtschaftsklima-Index des Ifo-Instituts stieg seit der letzten Befragung vor drei Monaten von 83,2 auf 85,9 Punkte. Ifo ermittelt das Weltwirtschaftsklima vier Mal im Jahr durch eine Befragung von mehr als 1100 Experten aus 90 Staaten.

Auch nach einer Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird die Wirtschaft im Euroraum bald an Fahrt gewinnen. „Auch wenn die derzeitige Lage nicht zuletzt wegen der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt labil erscheint, rechnen wir damit, dass sich die Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres erholt.“Von einer durchgreifenden Erholung noch im Jahr 2003 gehen aber weder das Ifo-Institut noch das IfW aus. Trotz der leichten Erholung im März liege der Indikator noch immer deutlich unter seinem langjährigen Schnitt, teilte das Ifo mit. Die Kieler Forscher rechnen im Durchschnitt des Jahres für die Euroregion mit einem Wachstum von nur 1,0 Prozent. Unterstützt von anziehenden Investitionen und einer steigenden Auslandsnachfrage werde das Wachstum 2004 bei 2,6 Prozent liegen. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) korrigierte seine Konjunkturprognose – auf 0,8 Prozent nach unten. Ursprünglich hatte das IHW mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet. Die jüngste Konjunkturvorhersage der OECD sah für 2003 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in den Euro-Staaten um 1,8 Prozent vor. Sie soll im April nach unten revidiert werden. Noch deutlicher als den Euro-Durchschnitt wollen die OECD-Experten die derzeitige Prognose für Deutschland (plus 1,5 Prozent) nach unten korrigieren.

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