Wirtschaft : Der Autofrühling bringt neue Jobs

In Genf warten die deutschen Autobauer mit neuen Modellen auf / Porsche und VW sprechen über Geländewagen GENF (grü/HB/dpa).Die Autoindustrie gibt mit einem Reigen neuer Modelle Vollgas.Zum Internationalen Autosalon in Genf präsentierten Ford, Mercedes, Porsche und Opel zahlreiche Neuvorstellungen.Rolls-Royce stellte zudem das erste neue Modell seit 18 Jahren, den Silver Seraph, aus.Mit den neuen Modellen machten die Autobauer auch Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze.Daimler-Benz will in diesem Jahr 2000 bis 4000 Jobs schaffen.Opel hat für das Werk Eisenach 100 neue Stellen angekündigt.Für Aufsehen sorgten in Genf am Dienstag vor allem die neuen Modelle von Ford, das den "Escort"-Nachfolger "Focus" präsentierte, Mercedes mit dem neuen "CLK-Cabrio", Porsche mit dem "911er"-Cabrio und Opel mit dem neuen "Astra".Insgesamt sind beim 68.Autosalon in Genf mehr als 80 Welt- und Europapremieren in den Bereichen Autos und Zubehör zu sehen.Die Autoschau wird am Donnerstag offiziell eröffnet.Der Ford "Focus" löse mit dem "Escort" das bestverkaufte Fordmodell aller Zeiten ab, sagte Ford-Europa-Chef Donaldson.Die Fertigung beginnt im August in Saarlouis und in Valencia (Spanien).Die Jahresproduktion soll bei 450 000 Stück liegen.Das neue Auto soll ab November verkauft werden.Dagegen läuft die Produktion des "Astra" bei Opel bereits auf Hochtouren.Der Wagen kommt am 20.März auf den Markt.Opel will bis Ende des Jahres in Europa eine halbe Million der neuen Modelle verkaufen, sagte der Präsident von General Motors Europa, Richard Donnelly.Peter Hanenberger, Vorstandsmitglied der Adam Opel AG, gab bekannt, daß das Technologiezentrum von General Motors (GM) in Rüsselsheim den Zuschlag für die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie erhalten hat.Neben dem Werk in Eisenach dürften auch dort bald neue Stellen geschaffen werden.Der neue Rolls-Royce "Silver Seraph" fährt mit einem BMW-Zwölf-Zylinder-Motor mit 326 PS.Das Auto kostet rund 450 000 DM.Die Entscheidung, wer den Zuschlag für die zum Verkauf stehende britische Nobelmarke erhält, könnte bis Anfang April fallen, sagte Rolls-Royce-Chef Graham Morris.Im Rennen sind unter anderem BMW, Volkswagen und eine Gruppe privater Rolls Royce-Liebhaber.Angeblich verlangt der Vickers-Konzern für die Nobelmarke 1,2 Mrd.DM.Porsches 911er Cabrio kommt im Mai zu den Händlern und kostet als Basismodell 155 000 DM.Der Sportwagenhersteller verhandelt zudem mit VW über den gemeinsamen Bau eines sportlichen Geländewagens.Im Gespräch sei aber auch ein ausländischer Kooperationspartner, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf Anfrage.Die endgültige Entscheidung werde in den kommenden Wochen fallen.Nach Informationen der Zeitung "Automotive News Europe" soll das Fahrzeug ab 2002 für einen Basispreis von 80 000 DM verkauft werden.Porsche werde rund eine Mrd.DM in das Projekt investieren.Für Aufsehen sorgten in Genf auch die guten Bilanzzahlen: So steigerte Porsche in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 1997/98 seinen Gewinn stärker als erwartet.Für die Monate August bis Januar wies das Unternehmen einen Gewinn von 69,7 Mill.DM aus - über 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.Der Umsatz nahm um 10 Prozent auf 1,96 Mrd.DM zu.Die Zahl der verkauften Autos stieg entsprechend auf 14 958.Die Belegschaft wurde im Berichtszeitraum um 3,3 Prozent auf 8160 Mitarbeiter aufgestockt.Für das gesamte Geschäftsjahr sagte Porsche einen Umsatz von mehr als 4,5 Mrd.DM und einen Absatz von über 38 000 Fahrzeugen voraus.Der Gewinn werde weiter steigen.Auch VW verbesserte nach Angaben von Finanzchef Bruno Adelt seinen Gewinn im vergangenen Jahr.Adelt bezifferte das Ergebnis für 1997 aber nicht.1996 hatte VW 678 Mill.DM verdient.Die Asienkrise belaste den Konzern nicht sehr stark, erklärte Adelt.In China lege VW weiter zu.Nach Japan und in andere asiatische Länder liefere der Konzern vergleichsweise wenige Fahrzeuge.Der Finanzchef fügte hinzu, VW halte an der geplanten Kapitalerhöhung fest.Die neuen Aktien würden "im Lauf der nächsten Zeit" ausgegeben, wenn die Bedingungen besser würden.VW will zudem stärker als zunächst geplant die Produktion des Käfer-Nachfolgers "Beetle" von 100 000 auf 160 000 Stück aufstocken.Die nötige Kapazitätsausweitung wird Adelt zufolge aber noch einige Monate dauern.Zudem will Volkswagen Ende dieses Jahres den neuen Drei-Liter-Kleinwagen "Lupo" präsentieren.Auch Daimler-Benz liegt gut im Rennen - vor allem im Ausland.Die Stuttgarter steigerten im Januar die US-Verkäufe um 64 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresmonat.In Westeuropa betrug das Plus 15 Prozent.Die aktuelle Krise in Fernost blieb bislang ohne negative Wirkung - zumindest zu Jahresbeginn: Der Absatz von Personenwagen war für Daimler in dieser Region stabil.Mit einem Produktionsplus von 13 Prozent auf 726 000 Pkw in diesem Jahr sieht sich Daimler auf gutem Wege, die Produktion von 1,2 Mill.Fahrzeugen zur Jahrtausendwende zu erreichen.Neben dem wegen Stabilitätsmängeln nachgerüsteten Smart und der "neuen" A-Klasse wartet Daimler in Genf erstmals mit dem "CLK-Cabrio" auf.Das Auto kommt vom Juni an mit Motoren von 136 bis 218 PS auf den Markt, der Basispreis beträgt 68 200 DM.Der Geländewagen M-Klasse, der in den USA bereits auf dem Markt ist, soll im Inland 53 000 DM kosten.Daimler-Chef Schrempp deutete zudem an, für den Bau des bisher als Studie vorgestellten Luxus-Zwölfzylinderwagens Mercedes-Maybach bestünden gute Chancen.Daimler werde noch im ersten Halbjahr darüber entscheiden.

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