• Der Autokonzern verlässt Joint Venture mit Turbinenbauer in Brandenburg und erhöht die Beteiligung an Rolls Royce

Wirtschaft : Der Autokonzern verlässt Joint Venture mit Turbinenbauer in Brandenburg und erhöht die Beteiligung an Rolls Royce

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BMW und Rolls Royce richten ihre strategische Partnerschaft beim Bau von Flugzeugtriebwerken neu aus. Die Bayern verkaufen ihren Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen BMW Rolls Royce GmbH in Dahlewitz bei Berlin und Oberursel. Mit dem Erlös wolle BMW seine direkte Beteiligung am Triebwerkshersteller Rolls Royce von derzeit zwei auf gut zehn Prozent aufstocken, kündigte BMW-Chef Joachim Milberg am Montag in München an. Die deutschen Standorte bleiben erhalten.

BMW wird nach Angaben Milbergs seinen Anteil von 50,5 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen auf Rolls Royce übertragen. Als Ausgleich werde BMW 33,3 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung bei Rolls Royce erhalten. Darüber hinaus wolle BMW 90 Millionen Aktien auf dem freien Markt erwerben. Das Aktienpaket habe einen Wert von insgesamt rund einer Milliarde Mark. Milberg sieht in der direkten Beteiligung an der Rolls Royce plc, die nicht mit dem gleichnamigen Luxuswagenhersteller identisch ist, eine "enorme strategische Vorwärtsentwicklung". An ein weiteres Aufstocken des künftig zehnprozentigen Anteils am größten Triebwerksbauer Europas sei nicht gedacht, betonte BMW-Finanzchef Helmut Panke. Insbesonders werde BMW kein Übernahmeangebot für Rolls Royce unterbreiten. Die Bayern geben das Triebwerksgeschäft in der BMW Rolls Royce Aero Engines GmbH an den Standorten Dahlewitz und Oberursel bei Frankfurt (Main) auf, ohne beim künftigen Mutterkonzern über unternehmerische Mitspracherechte oder eine Vertretung in dortigen Entscheidungsgremien zu verfügen.

Der jetzige Strategiewechsel erspare BMW weitere Anlaufverluste im Triebwerksbau in jährlich dreistelliger Millionenhöhe, sagte Milberg. Statt dessen kann BMW künftig jährlich gut 30 Millionen Mark Dividende von Rolls Royce kassieren und bleibt zu einem nicht genannten Prozentsatz am Verkauf der bislang bei BMW Rolls Royce (BRR) entwickelten Turbinen beteiligt. Die eigentlichen BRR-Anteile werden zum Jahreswechsel an die Briten verkauft, die auch alle BRR-Schulden von gut einer Milliarde Mark übernehmen. Mit dem Sorgenkind Rover habe der Verkauf nichts zu tun, widersprach Milberg entsprechenden Vermutungen. Auf die 2100 Stellen bei BRR habe die Neuausrichtung keine negativen Auswirkungen, verspricht BMW.

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