Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Aktienmärkte am Anfang einer neuen Aufwärtstendenz

In den letzten Wochen wurde in Anlegerkreisen häufig das Ausbleiben einer Sommerrallye diskutiert. Sehr wahrscheinlich sind wir aber mitten drin, und es hat noch kaum jemand bemerkt. Einige Börsen haben noch an den Nachwehen der Übertreibungsphase im ersten Quartal zu leiden, wie zum Beispiel der Neue Markt, der aktuell erst noch sein Qualitätsproblem lösen muss. Durch die Veröffentlichung so genannter "Todeslisten" in einigen Medien, auf denen Unternehmen genannt wurden, die angeblich kurzfristig in Liquiditätsschwierigkeiten kommen könnten, wurde die Stimmung für den Neuen Markt sehr pessimistisch. Es folgte in vielen Aktien ein Ausverkauf. Solch eine Bewegung schließt in den meisten Fällen eine Korrekturphase ab. Das Schlimmste ist dann überstanden. Das bedeutet aber nicht, dass der Anleger nun blind kaufen kann. Die Einhaltung der Prognosen zu Umsatz und Ertrag, ein gutes Management sowie die Möglichkeit, Standards mit seinen Produkten zu setzen und damit eine starke Marktstellung zu erreichen, sollten Auswahlkriterien sein.

Das Umfeld für die Börsen hat sich in den letzten Wochen deutlich verbessert. Die US-Technologiebörse Nasdaq hat seit Ende Mai rund 35 Prozent zugelegt, der Dax startete in den letzten Tagen durch. Gründe dafür sind die entspannte Situation an den Zinsmärkten, die letzten Wirtschaftsdaten in den USA deuten auf eine Konjunkturberuhigung hin. Die nun angelaufene Quartalsberichtssaison zeigt vor allem bei den Technologieaktien eine überwiegend positive Entwicklung. Auch die Verabschiedung der Steuerreform in Deutschland passt in das gute Umfeld.

In der Telekommunikationsbranche heißt das Zauberwort UMTS - der internationale Mobilfunk-Standard ab 2002. Diese Technik ermöglicht durch deutlich höhere Übertragungskapazitäten und schnellere Datendurchleitung neue Anwendungsmöglichkeiten - Internetnutzung, Tele-Shopping, Verkehrstelematik etc. - über das Handy. Das Handy wird sich unseres Erachtens als Schnittstelle zu einer zweiten virtuell existierenden Internetwelt durchsetzen. Hier entwickelt sich ein neuer Bereich, der M-Commerce. Für die Mobilfunkunternehmen ist der Erwerb dieser Lizenzen von enormer Bedeutung, um zukünftig im harten Wettbewerb mithalten zu können. Die Anfangsinvestitionen für den Erwerb der Lizenzen und der Aufbau eines UMTS-Netzes werden die Gewinnentwicklung kurz- bis mittelfristig belasten. Auf lange Sicht ergeben sich aber sehr gute Ertragschancen. Profiteure sind in erster Linie Unternehmen, die Netzwerke für diesen Standard aufbauen und die neuen Handys dazu produzieren, also Unternehmen wie Nokia, Briesson, Lucent und Qualcomm. Bei den Mobilfunkanbietern verfügt Vodafone über eine Kundenbasis von knapp 60 Millionen Teilnehmern in 25 Ländern. Die Voraussetzungen für ein Wachstum im M-Commerce könnten nicht besser sein. Die Dresdner Bank hat einen Partizipationsschein auf einen Korb der aussichtsreichsten Aktien aufgelegt.

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