Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Aktienmärkte haben Schock überwunden

Harm Bischoff

Nach den extrem starken Verlusten in den vergangenen beiden Monaten konnten sich der Dax-Index zuletzt leicht erholen. Hierfür ist in erster Linie die US-Börse verantwortlich, die sich ebenfalls stabilisierte. Offenbar scheint der erste Schock nach den Ereignissen in den USA an den Aktienmärkten überwunden zu sein. Von der fundamentalen Seite hält zunächst die Belastung der Aktienmärkte durch schwache makroökonomische Daten unverändert an. Die jüngsten Konjunkturmeldungen in den USA weisen darauf hin, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal nur wenig gewachsen ist. Aufgrund zurückgehender Konsumausgaben gehen wir davon aus, dass die USA im dritten und vierten Quartal in eine Rezession geraten werden. Auf der anderen Seite könnten jedoch massive Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft anstehen. Zu den bereits beschlossenen Konjunkturhilfen plant die US-Regierung, weitere Finanzmittel von 45 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen. Das gesamte Konjunkturpaket soll rund 100 Milliarden Dollar betragen, was etwa einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht. Positiv zu werten sind auch die Zinssenkungen, die die Notenbanken weltweit eingeleitet haben und der deutlich zurückgegangene Ölpreis.

Wenn auch der Aktienmarkt inzwischen ein attraktives Bewertungsniveau erreicht zu haben scheint, bleiben die wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktoren hoch, zumal die Schätzungen der zukünftigen Unternehmensgewinne in 2002 aufgrund der eingetrübten Konjunkturdaten neu überdacht werden müssen. Wir bleiben deshalb weiterhin bei unserer defensiven Anlagestrategie. Übergewichtet werden sollten Aktien von Unternehmen, die im Branchenver- gleich eine stabile Gewinnentwicklung erwarten lassen. Hierzu zählen wir den Versorgungsbereich (Eon) sowie die Energiesparte (TotalFinaElf). Darüber hinaus bleiben Geldmarktfonds sowie Rentenanlagen im mittleren Laufzeitenbereich weiterhin attraktiv.

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