Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Das Gewicht positiver Meldungen nimmt zu

Marc Aurel von Dewitz

Amerika macht Hoffnung: Nach der Ankündigung des Technologiekonzerns Cisco, dass sich das Geschäft stabilisiere, und der jüngsten Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank wachsen die Hoffnungen darauf, dass die US-Wirtschaft spätestens im nächsten Jahr zu ihrem Wachstumskurs zurück finden wird. Die gesunkenen Energiepreise stehen dafür genau so wie eine geringere Inflationsrate.

Auch in Euroland hellten die Interpretation der Frühindikatoren (Ifo-Geschäftsklima-index) die Stimmung auf. Dazu kommt, dass die Europäische Zentralbank höchst wahrscheinlich am Donnerstag die Zinsen senken wird. Damit gewinnen die positiven Nachrichten langsam wieder die Überhand. Ein Ende des langen, dunklen Tunnels scheint in Sichtweite zu sein. Auch die Aktien der Deutschen Telekom konnten sich in den vergangenen Tagen von ihren Ausverkaufpreisen leicht erholen. Trotz aller Querelen um diesen Wert bleibe ich dafür positiv gestimmt und empfehle die Aktie zu halten und nachzukaufen. Doch nicht zu früh freuen: Im September und Oktober steht den Anlegern auch eine weitere Phase der Unsicherheit ins Haus, weil diese Monate in den vergangenen Jahren oft von Kursrückgängen begleitet waren. Aber, einzusteigen, wenn die Kurse erst lange Zeit wieder angestiegen sind, ist für einen mittel- bis langfristig orientierten Anleger das falsche Rezept. Wer jetzt Papiere auf diesem Niveau einsammelt, wird zu den Gewinnern zählen. Natürlich ist dabei auf die Qualität der Branchen und Titel zu achten. Nicht alles was billig scheint, ist auch wirklich preiswert. Daher halte ich an meinen Empfehlungen vom Vormonat fest. Dazu zählt auch die Medion AG, die am Neuen Markt notiert ist. Bereinigt man den Kurs vom Vormonat um die Kapitalerhöhung, hat sich der Wert in der turbulenten Börsenphase mit einem Plus von acht Prozent wesentlich besser als der Neue Markt entwickelt. Medion ist es gelungen, sein Wachstum weiter fortzusetzen. Ich glaube, dass diese positive Tendenz anhalten wird. Ebenfalls einen Split führte kürzlich zu einer optischen Verbilligung der Aktie der Credit Suisse Group. Im Vergleich zum Vormonat konnte sich der Wert sehr gut behaupten, während andere global agierende Finanzdienstleister im Wert verloren haben. Die Integration der Firmenzukäufe schreitet voran und wird sich positiv auf das Geschäftsergebnis auswirken. Die schlechteste Wertentwicklung meiner Favoriten erzielte IBM. Vor einem Monat hat das Unternehmen seine Geschäftszahlen bekanntgegeben. Während sich der Gewinn wie erwartet entwickelte, wurden von den Börsianern die schwache Umsatzentwicklung bemängelt und der Aktienkurs entsprechend abgestraft. Ich bleibe aber dabei: Wenn Investitionen in Technologieaktien vorgesehen sind, führt an der IBM-Aktie aufgrund des herausragenden Produktmixes des Unternehmens kein Weg vorbei.

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