Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Die Fundamentaldaten sprechen für ein Engagement in Aktien

Horst Helpenstein

In den vergangenen Tagen kam es an den Aktienmärkten zu einem deutlichen Stimmungsumschwung. Auslöser war einerseits die Verunsicherung über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und andererseits die weitere Eintrübung der Aussichten für die New Economy. Der Markt zeigt, dass sich viele Investoren mit Neuengagements zurückhalten. Ihre Hoffnung auf eine Hausse zum Jahresende scheint sich nicht zu bestätigen. Wie zu erwarten war, sank der Dax wieder unter die 7000er-Marke. Zudem scheinen viele Anleger derzeit nach dem Motto "Sell on good news" zu handeln, wie zuletzt der Kurs der Siemens-Aktie nach der Bekanntgabe neuer Rekordergebnisse zeigte. Auch zahlreiche Werte am Neuen Markt stehen aufgrund schwacher Vorgaben der Nasdaq wieder unter erheblichem Druck.

Das Ergebnis der heutigen Tagung der US-Notenbank ist ein Indikator am Aktienmarkt. Wir rechnen zwar nicht mit einer Zinssenkung, aber ein Hinweis auf nachlassende Inflationsgefahren könnte die Märkte wieder beruhigen. Die entscheidende Frage, ob die US-Wirtschaft auf eine weiche oder harte Landung zusteuert, werden wir aber erst noch abwarten müssen. Von der morgigen Tagung der Europäischen Zentralbank werden ebenfalls keine Zinsbeschlüsse erwartet. Dabei sprechen in Deutschland die Fundamentaldaten geradezu für ein Engagement in Aktien: Weiter steigende Beschäftigung sowie eine günstige Einkommensentwicklung, gute Ertragsperspektiven der Unternehmen und eine starke Exportnachfrage aufgrund der anhaltenden Schwäche des Euro.

Mag sich der Aktienmarkt im Ganzen auch in Wartestellung befinden, wir raten auf Grund der zur Zeit günstigen Kursbasis zum Kauf ausgewählter Werte mit guter fundamentaler Verfassung. Kurschancen sehen wir vor allem bei Siemens, Daimler-Chrysler, Degussa-Hüls und Singulus.

Aus dem Euro-Stoxx-50-Index empfehlen wir aktiv Telefonica zum Kauf. Diese Aktie bleibt nach wie vor unser Favorit im Telekomsektor. Als Depotbeimischung bieten sich dem chancenorientierten Anleger zwei Europafonds an: der in europäische Standardwerte investierende Fond Europa Vision und der Europa Select für ein Engagement in aussichtsreichen Nebenwerten.

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