Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Langfrist-Anleger sollten nicht schwach werden

Holger Hatje ist in der Geschäftsleitung der

Das erste Quartal 2001 ist an den Börsen mit einer negativen Bilanz zu Ende gegangen. Die führenden Indizes lagen alle im Minus. Die von der amerikanischen Notenbank eingeleitete Zinswende hat an den Börsen noch nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Vielmehr sind die Anleger aufgrund der schlechten Unternehmensnachrichten stärker denn je verunsichert. Die in der kommenden Woche anlaufende Quartalsberichtserstattung der amerikanischen Unternehmen lässt aufgrund der im Vorfeld verkündeten Gewinnwarnungen auch eher eine Mollstimmung vermuten. Die US-Wirtschaft befindet sich in einer Anpassungsphase an ein "normalisiertes" Wachstumspotenzial vor allem im Industrie- und High-Tech-Bereich. Dass der geänderte Investitionszyklus auch auf das Verbraucherverhalten überspringt, lässt sich nicht völlig ausschließen, was für die nahe Zukunft einen gewissen Risikofaktor darstellt.

Wo kann nun der Dreh für die Märkte herkommen? Ein wichtiger Punkt ist die Geldpolitik und der Liquiditätsaufbau. Der Zinssenkungsprozess ist in Gang gesetzt, auch wenn die EZB hier noch zögerlich reagiert. Die Vergangenheit lehrt uns, dass nach der dritten Lockerung in Folge das Kursniveau sechs Monate später 15 Prozent und zwölf Monate später gut 20 Prozent höher lag. Der Abschluss eines Bärenmarktes geht häufig mit einer gewissen Kapitulation einher, die wir an den Wachstumsbörsen schon feststellen können.

Im zweiten Halbjahr erwarten wir eine deutliche Erholung der US-Wirtschaft, womit auch die Gewinnsituation der amerikanischen Unternehmen wieder positiver eingeschätzt werden wird. Der mittel- bis langfristige Anleger sollte jetzt nicht schwach werden. Aktien haben auf Sicht von zwölf Monaten größere Chancen als der Geldmarkt oder Rentenpapiere. Qualitätsaktien bieten günstige Einstiegsmöglichkeiten, wobei massive Nachkäufe erst nach Vollendung einer technischen Bodenbildung vorgenommen werden sollten.

Qualität zu günstigen Kursen bekommt man bei den nachfolgenden Aktien, die wir aktuell zum Kauf empfehlen. Die Henkel KgaA plant die Ausgliederung ihrer Chemiesparte und wird somit zu einem reinen Konsumgüterhersteller, was eine deutlich höhere Bewertung rechtfertigen würde. Die Deutsche Post AG ist nach der Aufnahme in den Dax unter Ihren Ausgabekurs zur Börseneinführung gefallen. Durch den konsequenten Ausbau der Logistikaktivitäten konnte die Abhängigkeit vom Briefbereich abgebaut werden. Durch die Verlängerung des Briefmonopols sollte sich die Unsicherheit der vergangenen Wochen lösen und der Aktie Auftrieb verleihen. Aus dem Technologiebereich hat sich IBM bisher gegen den Trend der Gewinnwarnungen gestellt. Der weltweite Marktführer in der Informationstechnologie hat sich vom Maschinenanbieter zu einem Serviceunternehmen gewandelt. Die Gewinnbewertung ist moderat, wobei kurzfristig auch hier mit einem volatilen Kursverlauf gerechnet werden muß.

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