Wirtschaft : Der Banker-Tipp: Weitere, übertriebene Kursabschläge sind nicht auszuschließen

Mark-A. v. Dewitz ist Mitglied der Geschäftsl

Mark-A. v. Dewitz ist Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank in Berlin und zuständig für das Private Banking.

Führten schon in den vergangenen Monaten Gewinnwarnungen überwiegend aus dem US-amerikanischen Technologiebereich zu deutlichen Kursverlusten, so reihten sich in diesen Tagen auch einige europäische Titel in diesen Reigen ein und lösten dadurch einen weiteren Kursrutsch an den europäischen Aktienmärkten aus. Diese pessimistische Stimmung scheint nun auf fast alle Branchen übergesprungen zu sein.

Ein einziger Auslöser für diese schlechte Grundstimmung ist nicht auszumachen, vielmehr ist es die Summe der Ereignisse aus den vergangenen Monaten: Schier nicht enden wollende Gewinnwarnungen, die Reduzierung von Kurszielen, die Unsicherheit über eine harte oder weiche Landung der US-Wirtschaft und die Entwicklung des Eurokurses. Auch vor dem Hintergrund, dass erst in etwa sechs bis neun Monaten mit einer Rückkehr der Bullen aufs Parkett zu rechnen ist und eine Übertreibung der Kursabschläge noch folgen könnte, sollte der langfristig orientierte Anleger die Chance der günstigen Kurse nutzen um erste Investitionen vorzunehmen.

Auch die in meinem letzten Artikel empfohlenen Titel konnten sich der allgemeinen Marktschwäche nicht entziehen. Die Aktien der Vodafone konnten mit nur rund minus 3,5 Prozent dem Abwärtstrend des Dow Jones Euro-Stoxx 50 (rund minus acht Prozent) zumindest geringfügig trotzen. Als weltweit grösste Mobilfunkgesellschaft sollte Vodafone durch seine breite Kundenbasis überproportional vom enormen Wachstumspotential der Telekom-Branche insbesondere der mobilen Sprach- und Datenkommunikation profitieren können. Von daher bieten die aktuellen Kurse um 3,30 Euro weiterhin attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Eingetrübte Aussichten für die Finanzbranche und Gerüchte um eine eventuell anstehende Bankenkrise in Japan liessen auch den schweizerischen Titel Credit Suisse Group reichlich an Boden verlieren. Diese Negativfaktoren sollten allerdings im aktuellen Kurs von rund 190 Euro bereits mit berücksichtigt sein. Dass die Marktschwäche nicht nur Aktien aus dem Technologiebereich traf, sieht man an der Entwicklung der Stinnes AG. Allerdings sind wir der Meinung, dass dies völlig zu Unrecht geschah. Kurse um jetzt 24 Euro sind preiswert.

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