Wirtschaft : Der Bankertipp: Dax über 5000 Punkte und nun?

Die Börsen bewegen sich weiter im Spannungsfeld zwischen politischen Risiken und konjunkturellen Daten. Diese Unsicherheit wird weiter anhalten und sich mit höheren Kursausschlägen bemerkbar machen. Aus den letzten Daten der Wirtschaftsentwicklung sowohl in den USA als auch in Euroland lassen sich keine neuen Erkenntnisse ziehen. Nach wie vor ist das Vertrauen der Konsumenten erschüttert. Die Konsumneigung wird von zahlreichen Meldungen aus Unternehmen beeinträchtigt, in denen der Abbau von Personal in Aussicht gestellt wird. Ein Teufelskreis, denn die sinkende Nachfrage zwingt die Unternehmen zu neuen Kosteneinsparungen.

Wie kommt es angesichts dessen also zu der außerordentlich starken Kurserholung an den Aktienmärkten? Ein Grund für die Erholung ist in der Entwicklung der Rohölpreise zu finden. Das Scheitern der Verhandlungen innerhalb der Opec bezüglich einer Reduzierung der Fördermengen ließen die Notierungen für das "schwarze Gold" weiter nachgeben. Gesellschaften, die von dieser Preisentwicklung stark profitieren (unter anderem Lufthansa), konnten zuletzt besonders deutliche Kursgewinne verzeichnen.

Diese Situation ist auch für die erwartete Konjunkturbelebung sehr willkommen. Denn ein niedriger Ölpreis drückt auch die Inflationsrate. Dies kommt wiederum den Notenbanken zu Gute, da Spielraum für weitere Zinssenkungen geschaffen wird. Ich rechne damit, dass die Europäische Zentralbank schon bald die Leitzinsen weiter senken wird. Außerdem wurden die Aktienmärkte zuletzt von erhöhter Liquidität in die Höhe getrieben. Durch die rückläufigen Zinsen sind vielen Anlegern die im Anleihebereich momentan erzielbaren Renditen zu niedrig, so dass dieses Geld momentan vorzugsweise am Aktienmarkt investiert wird. Wer in dem Bereich der Rentenpapiere nach Alternativen sucht, dem möchte ich raten, genau auf die Qualität des Anleiheschuldners zu achten.

Und wie soll der Anleger jetzt agieren? Jedenfalls keineswegs panikartig versuchen, auf den fahrenden Kurszug aufzuspringen. Der Markt ist extrem anfällig für Schwankungen. Dies beweist das letzte Flugzeugunglück über New York. Als Auswahlkriterium sollten alte Bewertungsinstrumente wie etwa eine hohe Dividendenrendite oder das Kurs/Gewinn-Verhältnis herangezogen werden. Mit solch ausgewählten Titeln aus dem Blue-Chip-Bereich lassen sich dann auch schwache Tage sorgenfrei überstehen.

Ich rechne für die nächste Zeit eher mit einer Konsolidierungsphase und sehr großen Kursschwankungen. Zurückblicken möchte ich auf meine Empfehlungen vom Juli diesen Jahres. Medion und auch IBM liegen über den damaligen Kursen: Medion verzeichnet ein Plus von 15 Plus und IBM weist immerhin noch ein Plus von sechs Proent auf. Beide Aktien würde ich auch jetzt noch an schwachen Kurstagen kaufen. Credit Suisse haben ihr damaliges Kursniveau auch wieder knapp übertroffen. Diese Aktien sind nach wie vor haltenswert.

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