Wirtschaft : Der Begriff „wassersparend“ sagt nichts

Jana Gioia Baurmann

„Genuss mit gutem Gewissen“ ist der Werbespruch von „Pro Planet“. Mit dem Siegel auf den Eigenprodukten des Handelskonzerns Rewe will das Unternehmen auf eine besonders sozial und ökologisch nachhaltige Produktion hinweisen. „Soziale Bedingungen verbessert“ steht auf dem blau-weißen Siegel, oder „umweltschützend hergestellt“. Mit dem Siegel suggeriert Rewe seinen Kunden, Gutes für die Erde zu tun. „Pro Planet“ gibt es auf Erdbeeren, Bananen und Paprika – und auf American Sandwiches oder der Komfortweiß-Farbe der Baumarktkette Toom, die zum Konzern gehört.

Monika Büning vom Bundesverband der Verbraucherzentralen sieht das Pro- Planet-Siegel kritisch, da die Kennzeichnung von einer Handelskette stammt. „Ich möchte nicht, dass jeder Supermarkt ein eigenes Siegel auf den Markt bringt. Es ist einfach nicht genau genug“, sagt die Verbraucherschützerin. Zwar gebe es einen Beirat, in dem unter anderem ein Vertreter von der Caritas, dem Nabu und dem Verein Verbraucher-Initiative sitzen, trotzdem fehle die Überprüfbarkeit.

Zum Beispiel bei Erdbeeren: Sie werden „besonders wassersparend angebaut“, wirbt das Label. Im Internet kann man nachlesen, inwieweit der Wasserverbrauch reduziert werden soll: „Ziel ist es, den Wasserverbrauch auf den Feldern innerhalb von drei Jahren von geschätzten 5000 auf 4000 Kubikmeter pro Hektar zu senken“, steht da. Hier wirbt Rewe lediglich mit einem Ziel, nicht mit einer Tatsache.Jana Gioia Baurmann

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