Wirtschaft : Der Blue Chip von Prag - "Ceske Radiokomunikace" gehört zu den Favoriten

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Ohne die Gesellschaft "Ceske Radiokomunikace" (CRa) würde in Tschechien keine einzige Fernseh- oder Rundfunksendung ihr Publikum erreichen. Auf dem Gebiet dieser altbewährten Übertragungstechnik hat die Firma das Monopol. Allerdings stieg sie in letzten zehn Jahren auch in die neuen Kommunikationstechnologien intensiv ein und konnte dadurch ihr Marktwert erheblich steigern.

Allein innerhalb des ersten Halbjahres 1999 wuchs ihr Gewinn beispielsweise um 29 Prozent, und das obwohl die tschechische Telekom zunehmend eigene Netze baut und auf die Telekommunikationsdienste von CRa verzichtet. Die Tschechische Radiokommunikation rüstet sich im Gegenzug schon jetzt für die Ära nach der geplanten Auflösung des Monopols von der Telekom in etwa zwei bis drei Jahren. Schulden kann das Unternehmen, das zu 20,79 Prozent mit "Tele Danmark" liiert ist und sich zu 51 Prozent im Besitz des tschechischen Staates befindet, so gut wie keine aufweisen. Dafür aber eine Menge an attraktiven Töchtern im Bereich der Datenübertragung. Eine davon ist die "Contactel", die heute Internetdienste anbietet und künftig der Telekom die Kunden mit einer breiten Palette an anderen Dienstleistungen streitig machen möchte.

Die mit Abstand schönste Tochter ist allerdings die von der CRa zu 51 Prozent kontrollierte Gesellschaft RadioMobil, die das progressive und äußerst gewinnbringende Handy-Netz "Paegas" unterhält. Gleichzeitig ist RadioMobil allerdings auch die Achillesferse von CRa: Die Option für eine eventuelle Mehrheit an RadioMobil hält nämlich sein zweiter Aktionär, die von der Deutschen Telekom kontrollierte Gesellschaft CMobil. Ohne RadioMobil aber sähe es für CRa schlechter aus. Dennoch werden die CRa-Papiere auf der Prager Börse langfristig von den Fachleuten zum Kauf empfohlen.

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