Wirtschaft : Der Braunkohle-Strom hat offenbar Zukunft

mhm

Die deutsche Energiewirtschaft ist offenbar zu einer freiwilligen Vereinbarung bereit, die ungeachtet der Liberalisierung des Strommarktes auch künftig den Absatz des vergleichsweise teuren ostdeutschen Braunkohlestroms sichert. Wirtschaftsminister Werner Müller sagte dem "Handelsblatt", er gehe davon aus, dass eine entsprechende Regelung bereits zum 1. Januar 2000 in Kraft treten könne. Er sei "zuversichtlich, dass wir da eine staatsfreie Lösung finden werden". Zuvor hatte Müller in Berlin über die Zukunft der Ost-Braunkohle mit den Vorstandschefs der Stromkonzerne beraten, die Anteilseigner der Veag (Vereinigte Energiewerke AG) sind. 75 Prozent der Veag-Aktien gehören mehrheitlich den Konzernen RWE, Bayernwerk und Preussenelektra, den Rest teilen sich Bewag, HEW, VEW und EVS. Müller bezeichnete den Verlauf des Gesprächs als "sehr angenehm", wollte aber keine weiteren Details nennen.

Erst kürzlich hatte er als Alternative zu einer freiwilligen Vereinbarung die mögliche Einführung eines Quotensystems zum Schutz der ostdeutschen Braunkohle ins Gespräch gebracht. Durch die Strommarkt-Liberalisierung ist die Veag stark unter Druck geraten. Auf Grund von Preisnachlässen musste die Veag 1998 auf Sonderabschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Mark verzichten, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu präsentieren. Nach weiteren Preissenkungen in dreistelliger Millionen-Höhe dürfte das für 1999 anvisierte Ziel, eine Dividende zu zahlen, kaum noch zu erreichen sein. Die Veag hatte mehrfach betont, sie setze auf die Unterstützung der Politik, "damit Ostdeutschland eine faire Chance im Wettbewerb" bekomme. Denn bei Schwierigkeiten der Veag würde auch der Braunkohleabsatz in den Revieren bei Leipzig und in der Lausitz gefährdet. Das würde in den strukturschwachen Gebieten weitere Arbeitsplätze bedrohen.

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