Wirtschaft : Der britische Triebwerkshersteller übernimmt den Technologiekonzern Vickers

tik

Mit einem Kurssprung um knapp 50 Prozent reagierte die Aktie des britischen Rüstungs- und Technologiekonzern Vickers Plc am Montag an der Londoner Börse auf das Übernahmeangebot des Triebwerkshersteller Rolls Royce Plc. Während bei Vickers die Sektkorken knallten, gaben die Titel von Rolls Royce um knapp fünf Prozent nach. Analysten bewerteten die Übernahme als zu teuer. Rolls-Royce will offenbar auch bei Schiffs-Antriebssystemen ganz vorn in der Weltliga mitmischen. Vickers ist dafür insofern interessant, als der Technologiekonzern über ein großes Schiffsantriebsgeschäft verfügt. Rolls-Royce, der einst vom berühmten gleichnamigen Fahrzeugbauer getrennte Turbinenspezialist, bietet für Vickers 576 Millionen Pfund in bar. Die Aktie des Technikkonzerns wird dadurch mit 250 Pence bewertet, was einem Wertaufschlag von 53 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag entspricht. Der Vickers-Vorstand befürwortet den Plan.

Mit der Übernahme entsteht einer der weltweit größten Hersteller von Schiffsantrieben. "Die Aquisition entsteht aus einer schlagenden industriellen und finanziellen Logik heraus", warb Rolls-Royce-Chairman Ralph Robbins in London für seine Pläne. Branchenfachleute waren zunächst skeptisch, was den Preis angeht. Mittelfristig soll der Rolls-Royce-Konzern zu einem führenden Anbieter von Turbinentechnik für Flugzeuge, Schiffe und für die Energieerzeugung ausgebaut werden. Im Geschäftsfeld Schiffsantriebe hat Rolls Royce bereits großes Know-how entwickelt. So wurde jüngst die neue Gasturbine WR-21 für den Schiffseinsatz vorgestellt. Technologisch gilt der gemeinsam mit dem US-Wehrtechnikkonzern Northrop Grumman entwickelte Antrieb als weltweit führend. Mit dem Ausbau der marinen Antriebstechnik will Rolls Royce in einen Wachstumsmarkt vorstoßen, um die enger gewordenen Margen im Geschäft mit Flugzeugtriebwerken auszugleichen. Der Konzern schätzt den Markt in den kommenden fünf Jahren auf ein Volumen von 25 Milliarden Dollar. Besonders der Markt für Hochgeschwindigkeitsantriebe gilt in der Schifffahrt mit einem jährlichen Wachstum von acht Prozent als aussichtsreich.

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