Wirtschaft : Der Büroartikelmarkt wird neu geordnet

JOSEF HOFMANN (HB)

DÜSSELDORF .Nachdem der enorme Margendruck mit der Elba-Bürosysteme Erich Kraut GmbH & Co.im Juni dieses Jahres ein erstes prominentes Opfer gefunden hat, steht die Branche der Büroartikelhersteller nun vor einer grundlegenden Neuausrichtung.Die Übernahme von Leitz durch das schwedische Unternehmen Esselte AB war nach Meinung von Branchenvertretern nur der Startschuß für weitere Übernahmen oder Allianzen.Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Zusammenschlusses von Leitz und Esselte zum nach eigenen Angaben weltweit größten Produzenten von Bürobedarf mit 3,2 Mrd.DM Umsatz bekam auch die deutsche Traditionsfirma Elba neue Eigentümer.Die Elba Bürosysteme GmbH, mit wesentlichen Teilen des Vermögens aus der Konkursmasse der "alten" Elba gegründet, ging zu 51 Prozent an die Beteiligungsgesellschaft Gesco Industrie Holding AG, Wuppertal.Die restlichen 49 Prozent hält künftig die dänische Bantex A/S.Gemeinsam wollen die beiden Partner in diesem Jahr rund 250 Mill.DM Umsatz erwirtschaften.Elba wird den Planungen zufolge dazu 133 Mill.DM beitragen.Im vergangenen Geschäftsjahr 1997/98 hatten die Wuppertaler 166 Mill.DM umgesetzt.Von den ursprünglich 880 Mitarbeitern werden voraussichtlich 450 übernommen, im rechtlich selbständigen Warenverteilzentrum bleiben 83 Stellen erhalten.

Der Druck, sich in der Branche neu aufzustellen, geht vor allem von der Handelsseite aus.Zahlreiche international tätige Unternehmen haben sich in den letzten Jahren auf dem deutschen Markt eingekauft und die mittelständisch organisierte Fachhandelsstruktur immer stärker ausgehöhlt.Hinzu kommt nach Aussagen von Wolfgang Römer, Vorstandsmitglied bei Europas größter Einkaufskooperation Soennecken und im Vorstandsgremium des BBW, daß immer mehr klassische Produkte gerade im Registraturbereich durch elektronische Speichermedien ersetzt werden.Das führe zu einem "mörderischen Vedrängungswettbewerb", urteilt der Soennecken-Vorstand.

Darunter leidet auch die Herlitz AG, Berlin, die erst kürzlich ihre Prognose für 1998 revidieren mußte.Anstelle schwarzer Zahlen rechnet der Vorstand nun erneut für alle Unternehmensteile mit einem Minus.Die Umstrukturierung mit Teilverkäufen und der Schließung von Standorten ist voll im Gange.

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