Wirtschaft : Der Chef liest mit

27.02.2011 01:00 Uhr

Soziale Netzwerke nutzen auch dem Chef

Xing, Twitter oder Facebook gehören längst zum Alltag – auch in vielen Büros. Manchmal laufen sogar Kundenakquise und Kontaktpflege über soziale Netzwerke. Das hat viele Vorteile, aber auch Schattenseiten, gerade wenn sich private und berufliche Kontakte mischen.

INTERNET BLEIBT INTERNET

Rechtlich gesehen mache es keinen Unterschied, ob jemand im Netz surft oder soziale Netzwerke nutzt, sagt Nathalie Oberthür. Gibt es im Betrieb eine Vereinbarung, die das private Nutzen des Internets erlaubt, gelte das auch für Xing oder Twitter, erläutert die Fachanwältin für Arbeitsrecht.

   

NETZWERKE ERLEICHTERN KONTAKTE

Auch Arbeitgeber profitieren von Mitarbeitern, die online netzwerken: „Ich kann damit meine Geschäftskontakte intensivieren, gerade zu Leuten, die ich sonst nur einmal im Jahr auf der Messe sehe“, sagt Svenja Hofert.

   

NETZWERKE SPAREN ZEIT

Wer soziale Netzwerke nutzt, kann damit auch Zeit sparen. Etwa wenn er auf der Suche nach Geschäftskontakten ist. „In Netzwerken wie Xing kann gezielt nach Stichwörtern gesucht werden“, so Hofert. Oft findet sich so genau der Experte, auf den man sonst nie gestoßen wäre.

   

IN NETZWERKEN NIE LOCKER PLAUDERN

In sozialen Netzwerken sollte man nichts über sich verbreiten, was am Arbeitsplatz keiner wissen darf. Eine gute Leitfrage sei: „Bin ich damit einverstanden, dass mein Chef darüber Bescheid weiß?“, rät Schmidt.

DAS NETZ IST KEIN RECHTSFREIER RAUM

Manche glauben, ihre Äußerungen auf Facebook oder in Xing seien so privat wie zu Hause. Dort darf über den Chef hergezogen werden. „Soziale Netzwerke gehören aber nicht zur Privatsphäre“, warnt Nathalie Oberthür. Wer sich abfällig äußert, kann unter Umständen wegen Beleidigung belangt werden. „Das sollte sich jeder bewusst machen.“

DAS PRIVATE IST BERUFLICH

Mancher Arbeitgeber würde die private Nutzung von Netzwerken am Arbeitsplatz am liebsten verbieten. Aber das ist kaum realistisch: „Es lässt sich oft nicht klar abgrenzen, was eindeutig beruflich relevant ist und was nur am Rand“, sagt Jan-Hinrik Schmidt. „In der modernen Arbeitswelt verschwimmen Privates und Berufliches immer mehr.“ Statt strenger Regeln, die kaum zu überwachen wären, seien Richtlinien wie in „Social Media Guidelines“ besser. Sie legen fest, was erwünscht ist und was nicht. dpa

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