Wirtschaft : Der Chemiekonzern baut auf eigene Wachstumskraft

Der Leverkusener Chemieriese Bayer lässt seine Muskeln spielen. Konzernchef Manfred Schneider kündigte am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Köln an, Bayer erwarte in diesem Jahr zweistellige Zuwachsraten beim Konzernumsatz und beim operativen Ergebnis. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz - unter Herausrechnung der an die Börse gebrachten Tochter Agfa und anderer veräußerter Geschäfte - bereits um 23 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro (14,2 Milliarden Mark). Der Konzerngewinn nahm im gleichen Zeitraum um 26 Prozent auf 556 Millionen Euro zu.

Der Start in das neue Jahr habe alle Erwartungen übertroffen, sagte Schneider. Alle vier Geschäftsbereiche leisteten ihren Beitrag zum Umsatzplus. Die Sparte Gesundheit wuchs um 22 Prozent, die Sparte Landwirtschaft um 17 Prozent. Der Bereich Polymere steigerte den Umsatz um 23 Prozent und das Chemiegeschäft wuchs sogar um 26 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen legte Schneider erneut ein Bekenntnis zum "Vier-Säulen-Prinzip" von Bayer ab. Entgegen dem allgemeinen Trend in der Chemie- und Pharmaindustrie zur Spezialisierung auf eng begrenzte Kerngeschäftsfelder setze Bayer auch künftig auf die tragenden Säulen: Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemie. In allen vier Bereichen verfüge der Konzern über die erforderlichen Kernkompetenzen, um sich im Wettbewerb erfolgreich zu behaupten, sagte Schneider.

Der Manager sagte, das Unternehmen wolle und werde weiter wachsen, auch über Kooperationen und Akquisitionen. Doch vor allem baue Bayer auf die eigenen Wachstumskräfte. Denn etwa im Pharmabereich seien die Möglichkeiten für eine große strategische Übernahme durch die hohe Börsenbewertung der möglichen Kandidaten begrenzt. Seine unternehmerische Identität werde Bayer nicht aufgeben, betonte Schneider.

Die Bürgerinitiative "Coordination gegen Bayer-Gefahren" hat für die Hauptversammlung des Chemiekonzerns Bayer AG in den Kölner Messehallen massive Proteste angekündigt. Nach Angaben des Vereins sterben jährlich weltweit mindestens 40 000 Menschen an Vergiftungen von Schädlings- und Unkrautvernichtungsmitteln. Die Bayer AG gehört der Bürgerinitiative zufolge zu den sechs größten Pestizid-Herstellern weltweit. Vor vier Jahren habe der Chemiekonzern angekündigt, die gefährlichsten Gifte vom Markt zu nehmen. Diese Versprechen sei bis heute nicht eingelöst worden.

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