Wirtschaft : Der deutsche Markt bleibt anfällig

DÜSSELDORF (val).Die Probleme auf dem deutschen Aktienmarkt sind inzwischen hausgemacht.Während es auf anderen führenden Börsen aufwärts geht, dümpelt der deutsche Aktienmarkt noch immer vor sich hin.Vor allem Versicherungswerte wie Allianz und Münchener Rück bekamen das zu spüren.Die Steuerpläne der Regierung, die nachlassende Konjunktur und keine Änderungen an der Zinsfront - "der Markt bleibt anfällig", ist die Prognose von Karl-Dietrich Gräf, Analyst der Commerzbank, für die nächste Woche.Der Dax werde höchstens auf 5100 Punkte klettern - zumal auch internationale Anleger deutsche Aktien derzeit meiden.

Das Klima zum Kaufen ist nach Meinung von Gräf nicht gut, er empfiehlt deswegen defensive Titel mit hoher Dividendenrendite: RWE-Vorzüge zum Beispiel.Der Markt habe mit seiner Skepsis gegenüber deutschen Versorgertiteln etwas übertrieben.Ansonsten solle sich der Anleger im europäischen Ausland umschauen."Denn da gehen die Gelder hin." Gräf rät zu Aktien des Einzelhandelsunternehmens Carrefour oder des Versorgers Vivendi.Dennoch blieben Titel wie DaimlerChrysler, Siemens oder Bayer wegen ihres internationalen Ansehens attraktiv.Michael Schubert von der Berliner Bankgesellschaft empfiehlt die Aktie Royal Dutch.Der Titel des britischen Ölkonzerns habe stark unter dem Preisverfall von Rohöl gelitten.Das zunächst stärkste Unternehmen im Euro-Stoxx-50 hätten inzwischen die Aktien der France Telecom, der Deutschen Telekom und von DaimlerChrysler überholt.Längerfristig aber habe die britische Ölaktie Potential.Darüber hinaus empfiehlt Schubert zwei Titel aus der Telekommunikationsbranche: Die Aktien der Telecom Italia und der spanischen Telefonica.

In der nächsten Woche werden die Auftragseingänge im Monat Januar bekanntgegeben und die Bundesanstalt für Arbeit verkündet die Arbeitsmarktdaten für Februar 1999.Zudem lädt die Hapag Lloyd zu ihrer Hauptversammlung ein (Montag).Adidas-Salomon berichtet über das vergangene Geschäftsjahr (Dienstag), ebenso Puma (Donnerstag) und die BfG-Bank (Freitag).Am Freitag will die japanische Regierung Einzelheiten über ihre Finanzspritzen für die 15 führenden japanischen Banken nennen.

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