Wirtschaft : Der Dollar ärgert die Anleger noch länger

Stefan Kaiser

Es ist schon fast zur Routine geworden: Wenn am Nachmittag die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA gemeldet werden, geht auch der deutsche Aktienmarkt regelmäßig auf Talfahrt. So war es jedenfalls in der vergangenen Woche. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,7 Prozent oder 172 Punkten. Die schwachen Konjunkturdaten nähren nicht nur die Zweifel an einer „sanften Landung“ der US-Wirtschaft, sie schicken auch den Kurs des Dollar in den Keller, was der deutschen Wirtschaft langsam Sorge bereitet. Denn ein schwacher Dollar ist ein starker Euro – und das macht Exporte außerhalb Europas teurer. Da helfen auch die Meldungen über anhaltend hohe Unternehmensgewinne nichts – die Angst vor der Zukunft bestimmt die Richtung des Marktes.

Kurzfristig, so meinen viele Experten, könnte sich der Abwärtstrend am Aktienmarkt durchaus noch etwas fortsetzen. „In den kommenden Wochen dürften die Kursrisiken überwiegen“, schreiben etwa die Experten der Helaba Trust. „Zum Jahresende hin sollten wir nicht mehr allzu viel erwarten“, meint auch Rolf Elgeti von ABN Amro. Im neuen Jahr, da sind sich fast alle einig, soll es allerdings wieder aufwärts gehen an der Börse, die Dax-Prognosen für Ende 2007 reichen von 6700 bis 7400 Punkten – immer vorrausgesetzt, der Dollar fällt nicht noch sehr fiel tiefer.

In der kommenden Woche werden auch die Zinsen wieder ins Blickfeld der Anleger rücken. Dass die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent anhebt, gilt als sicher. Mit Spannung erwartet werden Hinweise darauf, wie es danach weitergehen könnte.

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