Wirtschaft : Der ehemalige sächsische Ministerpräsident ist für Metaller eine gute Adresse

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Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, der als Schlichter im Konflikt in der ostdeutschen Metallindustrie ins Gespräch gebracht wird, ist erfahren auf diesem Terrain. Bereits vor zehn Jahren übernahm Biedenkopf einmal die Rolle des Schlichters bei einem Arbeitskampf in der sächsischen Metallindustrie.

Anfang April 1993 ging es um die Angleichung der Lohne und Gehälter in der ostdeutschen Metallindustrie an das westdeutsche Niveau. Die Arbeitgeber hatten zunächst die bestehenden Tarifverträge gekündigt. Biedenkopf schlug folgenden Kompromiss vor: Die außerordentliche Kündigung durch die Arbeitgeber wird zurückgenommen. Die zum 1. April 1993 vorgesehene Anhebung der Löhne und Gehälter von 71 auf 82 Prozent des Westniveaus wird beibehalten, und die für 1994 vorgesehene Stufe von 82 auf 100 Prozent wird zeitlich gestreckt. Am 1. April 1994 sollten die Löhne und Gehälter auf 91 und neun Monate später auf 100 Prozent des Westniveaus angehoben werden. Zudem waren Öffnungsklauseln für wirtschaftlich schwache Betrieb vorgesehen. Während die IG Metall zustimmte, lehnten die sächsischen Arbeitgeber ab.

Es kam zu einen rund zweiwöchigen Streik in der Metallindustrie. Letztlich bildete Biedenkopfs Vorschlag dann aber doch die Grundlage für einen Kompromiss. Dieser sah vor: Für die rund 170000 Beschäftigten werden die Tarife zum 1. Juni 1993 auf 75 Prozent, zum 1. September auf 78 und zum 1. Dezember 1993 auf 80 Prozent des Westniveau erhöht. In folgenden drei Jahren bis 1996 werden die Tarife auf 87, 94 und 100 Prozent steigen. Auch dieser Vorschlag enthielt eine Härtefallklausel. Diesmal tat sich die IG Metall schwer. Als letzter Tarifbezirk stimmte OstBerlin/Brandenburg Ende Mai 1993 zu. dr

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