• Der Euphorie folgt häufig Enttäuschung. Eine Studie zeigt: Shareholder-Value bleibt oft hinter den Erwartungen zurück

Wirtschaft : Der Euphorie folgt häufig Enttäuschung. Eine Studie zeigt: Shareholder-Value bleibt oft hinter den Erwartungen zurück

Die weltweite Fusionswelle hält derzeit fast alle Branchen in Atem. Doch nach der Anfangseuphorie ist bei Zusammenschlüssen die Enttäuschung nach Aussagen von Experten im Nachhinein oft groß. "Der Shareholder-Value ist bei mehr als 50 Prozent aller Fusionen und Übernahmen nicht schneller gewachsen als der Branchendurchschnitt", sagte Peter Baumgartner, Geschäftsführer der Mercer Management Consulting GmbH, München. Das habe eine Studie des US-Beratungskonzerns ergeben. Mercer untersuchte mehr als 300 Zusammenschlüsse in den vergangenen zehn Jahren. "Wer glaubt, er könne einen Merger-Prozess ohne Schwierigkeiten gestalten, hat es noch nie gemacht", sagte Baumgartner. Dennoch sei die Fusionswelle nicht aufzuhalten. So müsse es beispielsweise in der Automobilindustrie weitere Zusammenschlüsse geben. Angesichts der hohen Entwicklungskosten spiele Größe in der Branche eine Rolle. Auch der gemeinsame Vertrieb sei für die Konzerne reizvoll. In anderen Branchen wie der Stahlindustrie oder der Stromerzeugung wiederum werde die Fusionsfantasie vor allem durch Überkapazitäten entfacht.

Ob eine Fusion Erfolg hat, das entscheidet sich nach Einschätzung Baumgartners in der Regel relativ schnell. Der Zusammenschluss müsse strategisch bedingt und logisch sein. Die Grobstrategie müsse bereits vorher feststehen. "Wenn man nach dem Zusammenschluss eine Richtungsdiskussion zulässt, kann man die Bücher gleich wieder zumachen", sagte der Berater. Wenn einzelne Manager nicht bereit seien, sich auf neue Konzepte einzulassen, sei die schnelle Trennung in der Regel der beste Weg. "Fehlende Konsequenz bei der Besetzung von Führungspositionen ist eine der häufigsten Fehlerquellen." Ein konsequentes, so genanntes "Post-Merger-Management" sei der Schlüssel zum Erfolg.

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