Wirtschaft : Der Euro bringt die Genossen auf Trab (Meinung)

Daniel Rhee-Piening

Der europäische Bankenmarkt bleibt in Bewegung. Der Euro zwingt die Banken, über die nationalen Grenzen zu blicken und sich in Europa neu zu positionieren. Besonders rege sind dabei die deutschen Institute, die sich weniger staatlicher Gängelung erfreuen als beispielsweise die französischen oder italienischen. Bevorzugte Partner für Allianzen waren gerade in der jüngsten Zeit die Niederländer. So ist die angestrebte strategische Allianz zwischen der DG Bank und der Rabobank nicht so überraschend und könnte tatsächlich den Kern einer europäischen Genossenschaftsbank darstellen, werden doch Partner aus anderen Ländern ausdrücklich eingeladen.

Doch gerade die DG Bank, Dachinstitut der Genossenschaftsbanken in Deutschland aber auch mit eigenen Filialen im Markt, muss einige Fragen beantworten. Denn die Volks- und Raiffeisenbanken vor Ort beobachten sehr genau, wie weit sich die DG Bank in ihre Geschäfte einmischt. Zwar haben die Genossen vor Ort das internationale Geschäft und größere Firmenkunden an das Dachinstitut abgegeben, aber im täglichen Geschäft sollen die DG-Bank-Filialen bitte keine Konkurrenz machen. Die Rabobank aber verfügt über Geschäftseinheiten in allen größeren Orten. Das bringt Probleme. Deshalb mag die angekündigte Zusammenlegung der internationalen Aktivitäten und des Investmentbereichs noch relativ problemlos vonstatten gehen. Eine vertiefte Zusammenarbeit aber dürfte zumindest aus Sicht der Volks- und Raiffeisenbanken erklärungsbedürftig sein. Sie erfordert viel Fingerspitzengefühl - und DG-Bank-Chef Bernd Thiemann weiß das. Die gute Idee lässt sich nur verwirklichen, wenn die lokalen Vorstände der nicht um ihre Kompetenzen und ihr Geschäft bangen müssen.

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