Wirtschaft : Der Euro hat nicht nur Freunde

FBS

Über Kritik und Klagen zum Gemeinschaftsgeld / Mahnende Stimmen zu dem "Milleniumprojekt"VON FBSAlso kommt dieser Euro jetzt oder kommt er nicht? - Sieht sehr danach aus, antwortet der Verfasser.Ein flapsiger Einstieg in ein ernstes Thema.Doch das Buch kommentiert die Unsicherheiten im Vertragswerk dennoch kritisch.17 Übersichten fassen die Knackpunkte mit provokanten Titeln wie "das Dilemma des Stopps" oder "die Maastricht-Panne" zusammen.Es nimmt auch Stellung zu den internationalen Auswirkungen oder den Kosten des "Milleniumprojekts".Ein Glossar erklärt neben den wichtigsten Euro-Begriffen (Deflation, Bruttoinlandsprodukt, Europäische Zentralbank) auch exotischere Wörter aus dem Jargon der Technokraten in Brüssel, beispielsweise "Allokationsentscheidung" (In welchem Land soll ein europäisches Unternehmen produzieren) oder "Opting-Out" (das Recht, bei der EWWU nicht mitzumachen, das sich Dänemark und Großbritannien vorbehalten haben).fbs "Der Euro.Kritischer Dialog.Das Für und Wider die Europäische Währungsunion und die Grundbegriffe zur Europäischen Währungsunion".Von Ferry Stocker.Oldenburg-Verl, München (1997).161 S.29,80 DM. Vier streitbare Professoren schufen hier ein Pamphlet gegen die pünktliche Einführung des Euro.Die Europäische Währungsunion komme zu früh, weil ihr das notwendige politische Fundament fehle und die europäischen Volkswirtschaften zu unterschiedlich seien.Der Euro drohe schwächer zu werden als die D-Mark, weil in Europa kein vergleichbar starkes Stabilitätsbewußtsein wie hierzulande existiere.Das sind die wesentlichen Argumente des ersten Teils.Der zweite Teil ist eine Dokumentation der Verfassungsbeschwerde der Autoren, die am 12.Januar 1998 sehr medienwirksam beim Bundesverfassungsgericht eingelegt wurde."Die Verfassungsbeschwerde ist der letzte Versuch, das Unheil, welches eine verfrühte Einheitswährung für Deutschland und Europa mit sich bringen würde, abzuwenden", so die Verfasser.Sie wollen Druck machen für die Verschiebung der EWWU.Ein großes Ziel für ein schmales Taschenbuch.kö "Die Euro-Klage.Warum die Währungsunion scheitern muß".Von Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider und Joachim Starbatty.Rowohlt, Hamburg (Februar 1998), 303 Seiten.16,90 DM. Das Buch hätte vielleicht besser "Die Euro-Lügen" heißen sollen.Die Einzahl unterschätzt die "Sintflut falscher Argumente" mit denen die Politiker versuchen, ein "wirtschaftlich sinnloses Projekt" wie die europäische Einheitswährung an den Mann zu bringen".Zu diesem Schluß kommt der Autor Peter Vanderbruggen.Von New York aus betrachtete er als Korrespondent für niederländische Wirtschaftszeitungen das Geschehen in Europa durch eine ganz andere Brille.Was er sah, war Massenarbeitslosigkeit, hohe Staatsschulden und eine lahme Konjunktur.Dennoch werde unverdrossen an der Einführung des Euro gearbeitet.Und die Politiker sind dabei, "eine Katastrophe anzurichten".Öko-Steuer, Senkung der Sozialkosten und "sogenannter" Solidarbeitrag - läßt die Bevölkerung all das mit sich machen, nur um die Maastricht-Kriterien zu erfüllen? fragt sich der Autor und bringt Argumente gegen diesen "ökonomischen Unsinn".fbs "Die Euro-Lüge.Vom Unsinn der europäischen Währungsunion." Von Peter Vanderbruggen.(Aus dem Niederländ.übers.von Wilbert Somers).Rotbuch Verlag, Hamburg (1997).184 S.29,80 DM.

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