Wirtschaft : Der Euro soll das Monopol des Dollars brechen

Dresdner-Bank-Volkswirt sieht Europäische Zentralbank gleichrangig mit der amerikanischen Fed WASHINGTON (dpa).Der Euro wird nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Dresdner Bank AG, Klaus Friedrich, die Monopolrolle des Dollars im Welthandel beenden.Dies werde im innereuropäischen Handel beginnen und sich schnell auf die Geschäftsbeziehungen zu Drittländern auswirken, sagte Friedrich in Washington.Friedrich stand als erster europäischer Bankmanager einem Ausschuß des Repräsentantenhauses zu den Folgen der Euro-Einführung Rede und Antwort.Für ihn sei es keine Frage, daß der Euro eine stabile Währung sein werde.Sie werde dem Dollar auch bei der weltweiten Vermögensanlage mit der Zeit Konkurrenz machen."Mit der Europäischen Zentralbank wird es neben der US-Notenbank Fed erstmals zwei Zentralbanken geben, die zählen", sagte Friedrich.Da die Ablösung der "Dollar-Monokultur" durch ein duales System eine gewisse Instabilität mit sich bringe, sei künftig eine enge Abstimmung zwischen den Zentralbanken in Washington und Frankfurt erforderlich.Friedrich begrüßte die konkurrierenden Bewerbungen des Niederländers Duisenberg und des Franzosen Trichet um die Präsidentschaft der Zentralbank: "Das ist gesunde Konkurrenz." Friedrich äußerte die Überzeugung, daß der Euro auch von der Arbeitslosigkeit nicht geschwächt werde.Die Teilnehmerländer hätten seit Jahren steigende Arbeitslosenzahlen, ohne daß dies die Stabilität ihrer Währung beeinflußt hätte.Die Massenarbeitslosigkeit sei zweifellos das Problem Nummer eins in Europa, habe aber wohl ihren Höhepunkt überschritten."Dennoch wird sie wahrscheinlich Bundeskanzler Kohl den Wahlsieg kosten".

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