Wirtschaft : Der Fahrplan

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DIE ENTSCHEIDUNG NAHT

Die Bahn soll laut Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nicht vor 2008 an die Börse – doch die Entscheidung über den Weg dorthin soll schon bald fallen. Schließlich wird die Vorbereitung etwa eineinhalb Jahre dauern. Bislang ist der Bundestag nicht von Mehdorns Modell, der Privatisierung von Netz und Betrieb unter einem Dach, überzeugt. Viele Fachpolitiker wollen Einfluss auf das Gleisnetz behalten – und es daher vom Konzern abspalten.

EXPERTEN HABEN DAS WORT

Kommende Woche lässt sich der Bundestags-Verkehrsausschuss das jüngst vorgelegte Gutachten zur Privatisierung noch einmal von den Autoren erläutern. Spannender wird es im Mai, wenn das Gremium noch einmal externe Experten anhört.

Unter ihnen ist Thilo Sarrazin, Berlins Finanzsenator und vormals Bahn-Vorstand. Er gilt als Mehdorns Intimfeind und sieht die Entwicklung des Konzerns in den vergangenen Jahren sehr kritisch. Auch weitere Skeptiker sind geladen – Norbert Hauser etwa, Vizechef des Bundesrechnungshofes, der den Börsengang ebenfalls für riskant hält. Ende Mai werden sich in einer weiteren Anhörung außerdem Verbände und Gewerkschaften äußern.

DIE STUNDE DES PARLAMENTS

Ende September soll der Bundestag endgültig über den Weg zum Kapitalmarkt befinden. Neben den Verkehrsexperten werden sich bis dahin auch die Finanzexperten positioniert haben – denn die verschiedenen Privatisierungsvarianten bedeuten für den Bund Milliardenunterschiede bei den Einnahmen.

VERSCHIEBUNG MÖGLICH

Sollte sich das Vorhaben als zu brisant erweisen, ist auch nicht auszuschließen, dass der Bahn-Verkauf wieder vertagt wird – auf das Jahr 2010 oder sogar noch später. brö

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