Wirtschaft : Der fränkische Mittelständler Loewe setzt auf Luxus und High-Tech - und kommt damit gut an

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Der Mittelständler hat große Ziele: Nichts weniger als die Technologieführerschaft in der Unterhaltungselektronik hat die Loewe AG im Visier. Mit einer weltweiten Markenoffensive wollen die Kronacher zum Synonym werden für hochwertige High-End-Produkte, so genannte "Luxury Lifestyle Produkte". Obwohl die Franken schon jetzt 38 Prozent ihres Umsatzes im Ausland machen, reicht Vorstandschef Rainer Hecker das nicht: "Wir wollen weitere internationale Märkte erschließen", sagte Hecker am Freitag im Vorfeld der Ifa.

Wie Konkurrent Sony will auch der deutsche Traditionshersteller, der als einer der wenigen Anbieter seit Gründung der Funkausstellung dabei ist, nicht länger ein Geräte- sondern ein Systemanbieter sein. "Wir verkaufen Konzepte", beschreibt Hecker die neue Unternehmensphilosophie. Alle Consumer-Electronic-Produkte sollen miteinander vernetzt werden, Schaltstelle soll dabei jedoch nicht wie bei Sony das Notebook, sondern der Fernseher sein. Bereits 1998 hatte Loewe den weltweit ersten integrierten Internet-Fernseher vorgestellt. Auf der heute beginnenden Ifa präsentiert man das Nachfolgemodell, den "Aconda", bei dem nicht nur das Internet sondern auch das digitale Fernsehen bereits integriert sind.

Um auch weiterhin bei Neuentwicklungen mithalten zu können, investieren die Franken kräftig in Forschung und Entwicklung. Zehn Prozent der Loewe-Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich, 13 Prozent des Kapitals, das man beim Börsengang eingenommen hatte, sind bereits wieder in Forschungsprojekte geflossen, betonte Hecker. Über 70 Mill. DM hatte der Börsengang Anfang Juli den Kronachern eingebracht.

Während die meisten Konkurrenten im ersten Halbjahr Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, konnte Loewe verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahrs ein Umsatzplus von 17 Prozent auf 276 Mill. DM erzielen. Dabei wuchs besonders das Auslandsgeschäft kräftig - um 33 Prozent auf 105 Mill. DM. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich um 24 Prozent auf 16,8 Mill. DM.

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