Wirtschaft : Der freie Fall der Währung wird ausgeschlossen

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Einen weiteren Kursrückgang des Euro gegenüber dem Dollar wollen Analysten nicht ausschließen. Einen freien Fall erwartet jedoch niemand. Für Ulrich Ramm, Chefvolkswirt der Commerzbank, hat der Euro das Zeug, wieder an Wert zu gewinnen. Im kommenden Jahr werde es zu einer Angleichung des Wirtschaftswachstums in den USA und Euroland kommen. Der Abstand dürfte dann von jetzt zwei Prozentpunkten auf 0,5 Prozentpunkte schrumpfen - eine Voraussetzung für einen Anstieg des Eurokurses. Für Ramm ist die europäische Gemeinschaftswährung deshalb keineswegs ein Sorgenkind, da die "innere Stärke" wichtig sei. Ramm verweist auch darauf, dass das Kursverhältnis von eins zu eins gegenüber dem Dollar besonders den Exporteuren gelegen komme, da die preisliche Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte auf den Weltmärkten steige. "Der Exportkonjunktur tut der niedrige Kurs gut". Die Gefahren für die Inflationsentwicklung aufgrund der erhöhten Importpreise schätzt er gering ein. Auf den Finanzmärkten allerdings sei der "Lack für den Euro ab".

Hans Jacob, Leiter der Research-Abteilung beim Berliner Privatbankhaus Löbbecke & Co, sieht ebenfalls keinen Absturz der europäischen Währung. Kurzfristig sei ein Kurs von 0,98 eine wichtige charttechnische Marke, doch nutzten schon jetzt viele Investoren die Gelegenheit, sich vom Dollar zu verabschieden. Auch er verweist auf die schrumpfende Differenz beim Wirtschaftswachstum. Interventionen lehnt er zwar grundsätzlich ab, schließt aber nicht aus, dass die Europäische Zentralbank in einer konzertierten Aktion mit der japanischen Notenbank noch vor Weihnachten Dollar verkaufen könnte.

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