Wirtschaft : Der Fußball macht die Kassen voll

München - Die Fußball-Europameisterschaft hat den Sporthändlern viel Geld in die Kassen gespült – von den Olympischen Spielen erwarten sie jedoch wenig. Fußball sei populär, „ein sehr gut planbares Geschäft und der einzige Sport, wo wir am andern Tag die Umsätze spüren“, sagte der Chef des Sporthändlerverbundes Intersport, Franz Julen, am Montagabend. „Wir werden dieses Jahr erstmals die Marke von 900 Millionen Euro Fußball-Umsatz knacken.“

Fußball mache gewöhnlich rund zehn Prozent des Umsatzes der 5300 angeschlossenen Läden in 40 Ländern aus. Aber während einer EM oder WM steige der Umsatz in fast jedem Land um fünf bis 15 Prozent. Der Gesamtumsatz der Intersport-Gruppe werde dieses Jahr um drei bis fünf Prozent auf über zehn Milliarden Euro zulegen, sagte Julen.

Olympische Spiele hätten nur Langzeitwirkung: Sport werde stärker zum Thema, und mehr Menschen würden motiviert, selbst Sport zu treiben. Aber wenn ein Schwimmer im August in London „drei Goldmedaillen gewinnt, werden nicht am andern Tag mehr Badehosen verkauft“, sagte Julen. Lizenzprodukte mit den Olympischen Ringen seien nur im Veranstaltungsland selbst gefragt. Für den August-Umsatz des Sporthandels in Deutschland sei der Bundesliga-Start wichtiger.

Das Geschäft in Deutschland, wo die beteiligten Läden im Vorjahr 2,7 Milliarden Euro Umsatz erzielten, wachse ebenso wie in Frankreich und in Griechenland. In Italien und Spanien sei die Nachfrage stabil. In Asien will Julen bis 2020 rund eine Milliarde Euro Umsatz machen. „In schwierigen Zeiten ist der Konsument immer noch bereit, für Sport Geld auszugeben“, sagte er.dpa

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