• Der Gewinn nach Steuern steigt. Wegen Steuern sowie Verwaltungs- und Personalkosten aber nur um 0,8 Prozent

Wirtschaft : Der Gewinn nach Steuern steigt. Wegen Steuern sowie Verwaltungs- und Personalkosten aber nur um 0,8 Prozent

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Die Dresdner Bank steht offenbar wieder vor einem guten Geschäftsjahr. In den ersten neun Monaten steigerte die drittgrößte der privaten deutschen Geschäftsbanken den Gewinn vor Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro oder rund 2,37 Milliarden Mark, wie das Institut mitteilte. Dabei profitierte das Bankhaus vor allem von einem Zuwachs von knapp 14 Prozent beim Provisionsüberschuss auf 2,4 Milliarden Euro und von einem deutlichen Plus von 56 Prozent im eigenen Handel mit Wertpapieren, Devisen und Edelmetallen. Hier blieben der Bank nach neun Monaten 867 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 5,7 Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Gleichzeitig nahmen die Verwaltungs- und Personalkosten um 8,4 Prozent zu. 4,7 Milliarden Euro mussten dafür von Januar bis September aufgebracht werden. Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich aufgrund von deutlich stärkeren Abgaben an den Fiskus aber nur um 0,8 Prozent auf 718 Millionen Euro.

Besonders erfolgreich war das Institut im Investmentgeschäft. Dort verdoppelte sich der Vorsteuer-Gewinn auf 774 Millionen Euro, allerdings bezogen auf drei Viertel des Ergebnisses des Vorjahres und nicht auf die ersten neun Monate 1998. Auch in der Vermögensverwaltung gab es, so die Bank, wegen der guten Geschäfte mit Investmentfonds einen deutlichen Ertragszuwachs um knapp ein Drittel. Im Privatkundengeschäft kommt die Bank dagegen weniger gut voran: Der Gewinn rutschte um knapp fünf Prozent auf 229 Millionen Euro ab. Verantwortlich dafür waren eine höhere Risikovorsorge für das Kreditgeschäft und hohe Investitionen in die EDV. Zu den Aussichten für den Rest des Jahres wollte sich der Vorstand nicht äußern.

Analysten bewerten das Ergebnis der Bank als "im Rahmen der Erwartungen", zum Teil aber auch als "nicht berauschend". Teilweise seien Bestände "hochgeschrieben" worden, sagt Michael Klein vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Deshalb müsse man das Gewinnplus von 21 Prozent mit Vorsicht betrachten. Generell kritisiert Michael Harms vom Bankhaus Delbrück, dass immer noch nicht klar sei, welche Strategie die Dresdner Bank im internationalen Geschäft einschlagen werde und dass der Aufbau in der Vermögensverwaltung nur "quälend langsam" vorankomme.

Dresdner-Bank-Sprecherin Gabriele Eick betont unterdessen, die Stimmung in der Bank sei keinesfalls verheerend. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter der Bank seien mit Vorstandssprecher Bernhard Walter und dem von ihm eingeschlagenen Kurs sehr zufrieden. Wer anderes behaupte, gehöre zu den wenigen Verlierern, die es derzeit gebe.

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