Wirtschaft : Der Großbäcker greift nach Europa - Umsatz soll verfünffacht werden

Deutschlands größte Backfirma, die Kamps AG, will ihr Geschäft so schnell wie möglich auf die europäischen Nachbarländer ausweiten. Vorstandsvorsitzender Heiner Kamps setzte bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Düsseldorf zugleich das Ziel, Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr zu verfünffachen.

Kamps wies darauf hin, dass der Konzentrationsprozess in der Brot- und Backwarenbranche im europäischen Ausland noch lange nicht so weit fortgeschritten sei wie in Deutschland. Diese Chance gelte es zu nutzen. Kamps wolle von der anhaltenden Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel profitieren. Zudem solle die zum 1. Januar dieses Jahres erworbene Wendeln-Gruppe mit "Lieken" und "Golden Toast" auch auf europäischer Ebene eine Rolle spielen.

Kamps will weiter im In- und Ausland Bäckereien und kleinere Bäcker-Ketten aufkaufen. Strategie bleibe wie bisher, mit Akquisitionen schnell eine marktführende Position in den Zielmärkten aufzubauen beziehungsweise auszubauen, sagte Kamps. Daneben sollen neue Vertriebskonzepte genutzt werden, zum Beispiel der Verkauf von Backwaren als Reiseverpflegung an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen.

Im Jahr 1999 erzielte Kamps einen Umsatzanstieg um 87,4 Prozent auf rund 821 Millionen Mark, das Betriebsergebnis kletterte um 136,4 Prozent auf knapp 50 Millionen Mark. Für das laufenden Jahr nannte Kamps ein Umsatzziel von 3,5 bis vier Milliarden Mark und ein Gewinnziel von etwa 250 Millionen Mark.

Dazu sollen neben Zukäufen und stärkerer Marktdurchdringung auch neue Ideen beitragen. Ohne in die Einzelheiten zu gehen sagte Kamps, die pro Jahr über 300 Millionen Kundenkontakte der Kamps-Gruppe könne man "sicher nicht nur für Backwaren nutzen". Und die Lastwagen, die fast 30 000 Verkaufsstellen und Supermärkte belieferten, könne "man sicher effizienter nutzen als nur wenige Stunden am Morgen".

Kamps kündigte zudem die Einführung einer eigenen Marke für die von ihm so bezeichneten Handwerksbäckereien an. In zwei Wochen solle die erste Fernseh- und Rundfunkkampagne starten, die es je in Deutschland für handwerkliche Backwaren gegeben habe. Die Aktion sei ein nächster Schritt in Richtung zur Marke und könne zudem mehr Geschäft durch größere Bekanntheit bringen.

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