Wirtschaft : Der Grüne Punkt: Duales System braucht Wettbewerb

Antje Sirleschtov

Der Grüne Punkt hat Geburtstag. Zehn Jahre sind vergangen, seit Deutschland als eines der ersten Länder in Europa den ernsthaften Versuch unternahm, sich flächendeckend vor einem Müll-Kollaps zu bewahren. Seither rollt der Grüne Punkt allerdings nicht nur auf unzähligen Verpackungen und zeigt damit, dass deren Hersteller das Duale System Deutschland (DSD) mit der Entsorgung von Kisten, Kästen und Bechern beauftragt haben. Der "saubere" Punkt rollt genau so regelmäßig auf einer breiten Welle der Kritik. Denn den DSD-Lizenznehmern sind die Kosten für das Monopolsystem zu hoch. Und Kommunen wie private Unternehmer würden gern eigene - billigere und leistungsfähigere - Recycling-Systeme installieren, die mit dem DSD im Wettbewerb stehen. Ihr Versprechen: Wo Wettbewerb ist, da funktioniert die Entsorgung der Müllberge reibungsfreier und es werden viel mehr Dosen und Tüten wieder verwertet, statt deponiert und verbrannt. Dass es in Deutschland Platz für Konkurrenz in der Recyclingbranche gibt, beweisen die Zahlen: Rund fünf Millionen Tonnen sammeln die Verbraucher pro Jahr ein. Weit mehr als die Hälfte davon landet aus Kapazitätsgründen wieder auf der Deponie oder in der Müllverbrennung. Zudem gibt es immer wieder Klagen über den Service beim Umgang mit den gelben Säcken und Tonnen. Grund genug, dem Wettbewerb in Zukunft eine Chance zu geben - sozusagen als Erfolgsbestätigung für den Grünen Punkt und Lob für das Geburtstagskind.

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