Wirtschaft : Der gute Feuerwehrmann

Studie des Beamtenbunds zu angesehenen Berufen.

Benedikt Peters

Berlin - Beamte sind in Deutschland so beliebt wie noch nie. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Forsa-Umfrage des Deutschen Beamtenbundes, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ist seit der ersten Befragung 2007 das Ansehen von Beamten kontinuierlich gestiegen – um insgesamt neun Prozentpunkte. Im Vergleich zu einzelnen Berufen bleibt es mit 36 Prozent dennoch auf recht niedrigem Niveau. Die meiste Wertschätzung erfahren Feuerwehrmänner, 95 Prozent der Befragten bescheinigten ihnen ein hohes Ansehen. Auf den nächsten Plätzen folgen Kranken- und Altenpfleger, Ärzte, Erzieher und Polizisten. Am wenigsten angesehen sind hingegen Politiker, Mitarbeiter von Telefongesellschaften und Werbeagenturen und Versicherungsvertreter.

Trotz des gestiegenen Ansehens der Beamten hält die Mehrheit der Bevölkerung die öffentliche Verwaltung für ineffizient. 81 Prozent der Befragten bezeichneten sie als schwerfällig, 75 Prozent als zu teuer und zu aufgebläht. Der DBB-Bundesvorsitzende Peter Heesen zeichnete am Mittwoch jedoch ein anderes Bild. „Der öffentliche Dienst ist in einigen Bereichen an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angekommen, die Stimmung bei den Beschäftigten kippt“, sagte er. So habe die Politik seit 1993 zwar Personal im öffentlichen Dienst abgebaut, die Aufgaben seien jedoch die gleichen geblieben. Außerdem würden in den nächsten zehn Jahren 760 000 Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Ausreichender Nachwuchs sei nicht in Sicht. Daher forderte Heesen, Menschen mit Migrationshintergrund stärker anzuwerben und Teilzeitstellen zu schaffen, um mehr Frauen zu gewinnen. Dies sei nötig, um dem Wunsch der Deutschen nach einem starken Staat und einer starken Verwaltung in Krisenzeiten nachzukommen. Dies hielten 83 Prozent der Befragten für unerlässlich.

Heesen ist seit 2003 Vorsitzender des Beamtenbundes und der Tarifunion, bald wird er sich aber von der Spitze des Dachverbands zurückziehen. Bisher gibt es zwei Kandidaten für seine Nachfolge: Den Vorsitzenden des Bayerischen Beamtenbundes, Rolf Habermann, und Heesens Stellvertreter Klaus Dauderstädt. Die Entscheidung fällt auf dem Gewerkschaftstag in Berlin im November. Benedikt Peters

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